Mittwoch, 22. Mai 2013

Autoreninterview mit Catherine Shepherd, Autorin von "Der Puzzlemörder von Zons" und "Der Sichelmörder von Zons"

Heute hat Catherine Shepherd meine Fragen beantwortet: 
 
1. Wie kamst du zum Schreiben?
Schreiben ist ein Hobby, das ich neben dem Beruf ausübe. Hauptberuflich bin ich bei einer Bank tätig, also in einem ganz anderen Bereich. Ich wollte einfach mal etwas anderes machen. Ich habe aber schon in der Schulzeit gerne geschrieben. In meiner Schublade befinden sich noch verschiedene Fantasy Skripte, die für eine Veröffentlichung allerdings zu kurz sind. Da mich mit zunehmenden Alter Thriller mehr fasziniert haben als Fantasy-Romane, habe ich mich zuerst auf dieses Genre gestürzt.  Die letzten beiden Werke habe ich veröffentlicht, nachdem ich gesehen hatte, dass es für Autoren bei Amazon KDP recht einfach ist, ein Buch zu veröffentlichen.

2. Was reizt dich am Schreiben?
Mich reizt vor allem, eine Geschichte zu erzählen, die spannend ist. Ich möchte meine Leser in den Bann ziehen und an die Geschichte fesseln. Ich sehe jede Szene erst wie einen Film in meinem Kopf ablaufen, bevor ich sie zu Papier bringe und alleine dieses eigene „Durchleben“ meiner Geschichte reizt mich am Schriftstellerdasein.

3. Wie kamst du auf die Idee zu einem Thriller, der in zwei Zeitzonen spielt?
Ich lebe mit meinem Mann in Zons. Ein einziger Spaziergang bei Nacht durch die engen dunklen Gässchen hat ausgereicht und die Idee des Puzzlemörders von Zons war plötzlich in meinem Kopf. Da Zons ein mittelalterliches Städtchen ist, wollte ich unbedingt eine Geschichte erzählen, welche die düstere Vergangenheit, aber auch die lebendige Gegenwart einbezieht. Ich liebe Geschichten über Zeitreisen und so lag es einfach nahe, den Thriller – mal ganz anders – in zwei Zeitzonen spielen zu lassen.

4. Wie sieht bei dir die Recherchearbeit aus?
Da in meinen Büchern auch tatsächliche historische Ereignisse beschrieben werden, nutze ich alle Quellen, die verfügbar sind. Die Orte, die ich in meine Geschichte aufnehme, wähle ich vorher sehr sorgfältig aus. Oft besuche ich die Schauplätze zu verschiedenen Tageszeiten und stelle mir die einzelnen Szenen dann „live“ vor. Auch historische Figuren werden von mir gründlich recherchiert, bevor sie in meinem Roman mitspielen dürfen.

5. Hast du damit gerechnet, dass "Der Puzzlemörder von Zons" so oft heruntergeladen wird?
Nein, dass war ein absoluter Überraschungserfolg für mich. Ich bin natürlich sehr glücklich darüber. Auch hätte ich nie damit gerechnet, das Buch als Taschenbuch herauszubringen. Aber nach kurzer Zeit hatte ich so viele Anfragen von Buchhandlungen, dass sich mittlerweile die dritte Auflage verkauft und ich sogar schon mehrere Lesungen und Signierstunden gehalten habe.

6. Können wir noch mehr eBooks von dir erwarten?
Ja, der Nachfolgeroman „Der Sichelmörder von Zons“ ist Anfang März 2013 erschienen und ich schreibe zur Zeit an der Vollendung der geplanten Triologie. Die Idee für mein viertes Buch geistert ebenfalls schon seit Monaten in meinem Kopf herum und ich bin froh, wenn ich endlich die Zeit finde, es auf Papier zu bringen.

7. Wie wichtig ist für dich der Kontakt mit deinen Lesern über FB, Homepage, Sozial Media?
Der Kontakt und das Feedback sind mir sehr wichtig. Ich nehme auch gerne Anregungen meiner Leser auf. Die Foltermethoden aus dem Sichelmörder stammen beispielsweise von einem Leser, der gleichzeitig auch ein guter Bekannter von mir ist. Auf meiner Facebook-Fanseite haben sich mittlerweile über 550 Fans angemeldet und auch auf Twitter habe ich etliche Follower. Zur Zeit sind es knapp über 400.

8. Was machst du, wenn du nicht schreibst?

Wenn ich nicht schreibe, arbeitete ich in einer Bank. Allerdings nicht als Verkäufer von Bankprodukten, sondern Projektmanagement und Einkaufsbereich. Ich gehöre also nicht zu den potenziellen Mordopfern des Sichelmörders, die sich der Todsünde „Reichtum ohne Arbeit“ schuldig gemacht haben.

9. Was liest du denn gerne, gedrucktes Buch oder eBook?
Ich lese gerade das neue Buch von Tess Gerritsen „Abendruh“ als ebook auf meinem Kindle.

10. Verrätst du uns etwas über dein aktuelles Projekt?

In meinem aktuellen Projekt geht es um einen jahrhundertealten Fluch, der in regelmäßigen Abständen in einer Zonser Familie immer wieder auftaucht und das Gute und Böse dieser Welt widerspiegelt. Eine junge Frau aus der Gegenwart versucht diesem Familienfluch zu entkommen. Sie hat sich wirklich eine geschickte Taktik ausgedacht und wir werden sehen, ob es ihr gelingt, das Böse zu besiegen. Ansonsten wird es im Polizeirevier Neuss einen Skandal geben. Kommissar Oliver Bergmann wird daraufhin nach Frankfurt/Oder versetzt, aber der Leiter der Kriminalkommission Hans Steuermark stellt schon bald fest, dass er ohne seinen besten Ermittler verloren ist.

Wer mehr über Catherine und ihre Bücher wissen möchte wird hier fündig: http://www.catherine-shepherd.com/
 
Vielen Dank, liebe Catherine. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deinen Büchern.

"Der Sichelmörder von Zons" hat mich total begeistert. Eine Rezension zu diesem eBook findet ihr auf meinem Blog. 

Sonntag, 19. Mai 2013

Rezension zu "Schuldig!, Krimireihe Kommissar Hartmann", Jens R.Willmann, Krimi, CreateSpace Independent Publishing Platform




Titel: Schuldig! Krimireihe Kommissar Hartmann, Band 4
Autor: Jens R. Willmann
Isbn Nr. 978-1482380163
Seitenzahl: 222 Seiten TB 
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 2 (8. Februar 2013)
Preis: 6,32 Euro



Klappentext:
"Beim Anblick des gefesselten Opfers sind die Ermittler der Mordkommission Wuppertal schockiert. Hauptkommissar Hartmann tappt wie sein gesamtes Team im Dunkeln, auch noch, als ihm die Parallelen zu früheren Hinrichtungen mit derselben historischen Foltermethode auffallen. Anonyme Drohungen machen dem sonst so souveränen Hauptkommissar ebenso zu schaffen wie familiäre Schwierigkeiten. Zu allem Überfluss lässt das nächste Mordopfer nicht lange auf sich warten, und Hartmann droht völlig aus der Bahn geworfen zu werden."

Über den Autor: 
Jens R. Willmann lebt und schreibt in Kiel. Sein 1. Buch "Ausflug ins Jenseits" veröffentlichte er bereits 2002, es folgte 2003 der 2. Krimi "Im Tal der Korruption" und 2005 bereits der 3. Wuppertal-Krimi "Skrupellos und ohne Reue". Der fünfte Hartmann-Krimi "Jenseits der Idylle", der in Kiel spielen wird, soll im Sommer 2013 erscheinen.
 


Eigene Meinung:
 "Schuldig!" ist der 4. Band der Krimi-Reihe um den in Wuppertal agierenden Hauptkommissar Marc Hartmann. Marc Hartmann, Einzelgänger und Familienmensch in einer Person (diesen Gegensatz wähle ich mit Absicht, denn genau das wirft Probleme auf) und Kettenraucher,  soll in einer Korruptionssache aussagen und wird bedroht.

Gleichzeitig muss er in einem Mordfall ermitteln, bei dem der Mörder altertümliche Foltermethoden angewandt hat. Hartmann und sein Team haben keinerlei Ansätze und bald geschieht ein weiterer Mordfall, der Hartmann ganz schön an die Nieren geht, weil er persönlich betroffen ist.

Der Schreibstil von Jens R. Willmann ist flüssig. Er schafft es, durch verschiedene Erzählperspektiven eine Spannung aufzubauen, die bis zum Schluss anhält. Die Themen Korruption und Selbstjustiz, um die sich dieser solide Krimi dreht, sind interessant und zeitgemäß.

Marc Hartmann ist ein Einzelkämpfer mit unkonventionellen Ermittlungsmethoden, der die meisten Zeugenbefragungen alleine vornimmt, sich von keinem seiner Kollegen helfen lässt und seine Kontakte nutzt, um die Fälle aufzuklären. Die vielen Dialoge machen den Krimi sehr lebendig.

Da viel Bezug auf die vorhergehenden Bände genommen wird, empfehle ich, die 3 Vorgänger-Hartmänner zu lesen, um einen Bezug zu der Figur des jetzigen Marc Hartmanns zu bekommen. Wir erfahren zwar sehr viel Persönliches über Marc Hartmann, trotz allem bleibt er mir etwas fremd, was ich auf die Entwicklung von Marc über die 3 Vorgängerbände zurückführe.

4/5 Sterne für diesen soliden Wuppertal-Krimi  mit komplexer Story um den coolen Marc Hartmann, der in diesem Krimi ziemlich viel einstecken muss. Ich bin gespannt auf den Kieler-Hartmann.
 






Donnerstag, 16. Mai 2013

Rezension zu "Ein ganzes halbes Jahr" von Jojo Moyes, Roman, Rowohlt Polaris

Titel: Ein ganzes halbes Jahr
Autorin: Jojo Moyes
Seitenzahl: 512 Seiten
Isbn Nr. 978-3-499-26703-1 
Verlag: rororo 21.3.2013rororo  21.03.2013
Preis: 14,99 Euro



 
Klappentext:
 "Lou und Will

 Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt.
Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt.

Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will.
Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird.

Eine Frau und ein Mann.
Eine Liebesgeschichte, anders als alle anderen. Die Liebesgeschichte von Lou und Will"


Über die Autorin:

Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in Essex.

Eigene Meinung: 

Louisa, Familienmensch mit etwas eigenwilligem Modegeschmack,  arbeitet in einem Café in einer Kleinstadt in England. Sie lebt noch  bei ihrer Familie und hat seit 7 Jahren einen Freund, Patrick, ein völliger Marathonfanatiker. Als der Besitzer des Cafés sein Café aufgibt,  sehen Louisas Jobperspektiven schlecht aus. Ihre Familie, die mit Opa und ihrer Schwester und deren Sohn auf engstem Raum lebt, ist auf Louisas Verdienst angewiesen. Der vermittelte Job in der Hähnchenfabrik beschert Lou Albträume. Der Jobvermittler hat tolle Alternativen, wie z. B. Tänzerin in einer Tabledance-Bar. Als ihr ein Job als Pflegerin angeboten wird, nimmt sie ihn notgedrungen an, obwohl sie keinerlei Erfahrung im Pflegebereich hat und sie auch kein gutes Gefühl dabei hat. Sie soll jedoch nicht die Pflege übernehmen, sondern Will, der im Rollstuhl sitzt und mit seinem Schicksal hadert, Gesellschaft leisten. Doch Will möchte eigentlich gar keine Gesellschaft haben ....

Anfangs erinnerte mich die Geschichte von Lou und Will sehr stark an den Film "Ziemlich beste Freunde". Es gibt viele Parallelen, z. B. stammt Lou auch aus einem total anderen sozialen Milieu als Will, unterscheidet sich von der Bildung, ihren Reiseerfahrungen und ihren Hobbys  auch sehr stark von Will. Auch die Unbekümmertheit, an die Lou an ihren Job herangeht und Will direkt die Meinung sagt, ist ähnlich wie in diesem Film.

Dennoch ist dieses Buch total anders.

Die Autorin schaffte es, mich von der ersten Seite an zu fesseln.

Lou erzählt uns ihre Sicht der Dinge in der Ich-Perspektive, ab und an kommen in einzelnen Kapitel weiter Figuren zu Wort, wie z. B. die Mutter von Will oder Treena, Lous Schwester.

Die Figuren in diesem Roman sind sehr lebendig dargestellt. Man sieht Louisa und Will direkt vor sich und erlebt deren Geschichte intensiv mit. Auch die Gefühle der Figuren kann uns die Autorin sehr gut vermitteln.

Wills Sarkasmus und schwarzen Humor ist so typisch Englisch. Ich mag diese Art von Humor.  Louisas frische, lebenslustige, etwas naive Art, sowie die Weiterentwicklung ihrer Persönlichkeit im Laufe der Geschichte, stehen im Gegensatz zu Will, der sein Leben vor seinem Unfall in vollen Zügen genossen hat und jetzt nur noch leidet.Diese Gegensätze bringen eine Spannung in die Geschichte.

Auch die weiteren Figuren  werden vor unserem inneren Auge lebendig. Treena, die ihrer Schwester Lou hilft, und dann wieder in totaler Konkurrenz zu ihr steht, kommt in manchen Szenen richtig sympathisch herüber, in der nächsten dann wieder total unsympathisch und egoistisch. Auch das macht die Story sehr real und lebendig, kann man sich das doch sehr gut vorstellen, wenn man eigene Geschwister hat.
 5/5 Sterne für dieses sehr berührende, mal traurige, mal total humorvolle Buch um eine ungewöhnliche,  tragische Liebe. Dieses Buch bringt uns die Themen, Freundschaft, Selbstbestimmung und Toleranz mit einer Brise englischem Humor näher. Es lässt keinen Leser kalt, stimmt ihn eher nachdenklich.  

Unbedingt lesen, ein absolutes Lesehighlight!







Freitag, 10. Mai 2013

Rezension zu "Leiden sollst du" von Laura Wulff, Mira Taschenbuch Verlag, Thriller

Titel: Leiden sollst du
Autorin: Laura Wulff
Isbn Nr. 978-3-86278-497-4
Seitenzahl: 400 Seiten

Verlag: Mira Taschenbuch
Preis: 8,99 Euro




Klappentext:
"Ein Mörder mit einem perfiden Plan, eine junge Frau auf Abwegen und ein Kommissar im Rollstuhl: der erste Fall für die Zuckers!
War es wirklich ein Unfall? Die 17-jährige Julia, monatelang vermisst, wird plötzlich tot am Kölner Rheinufer angespült. Gerichtszeichnerin Marie Zucker lässt das Ganze keine Ruhe - denn ihr Cousin Ben war mit der Toten befreundet, und jetzt scheint ihn ihr Tod kaltzulassen. Marie bittet ihren Mann Daniel um Hilfe, einen Kriminalkommissar, der nach einem Unfall querschnittsgelähmt ist. Doch er zögert, wieder in den aktiven Dienst zurückzukehren, und zwingt sie so, zunächst auf eigene Faust ermitteln. Sie findet heraus, dass Ben seit Wochen bedroht und verfolgt wird. Und dann taucht die nächste grausam entstellte Leiche auf. Ist Marie dem Mörder etwa den entscheidenden Schritt zu nahe gekommen?"

Über die Autorin: 
Laura Wulff ist das Pseudonym der bekannten deutschen Autorin Sandra Henke, die in der Nähe von Köln lebt und arbeitet. Obwohl sie das Gelübde "Bis dass der Tod euch scheidet" ernst nimmt, hofft sie, dass ihr Name trotzdem nie in einer Ermittlungsakte der Kriminalpolizei auftauchen wird. Sie trinkt gerne ein Glas blutroten Wein, findet, dass Neid die Seele vergiftet, und könnte nicht für Schuhe morden, sondern für ein gutes Buch.


Eigene Meinung: 
Wir erleben im Prolog mit, wie Julia gequält und ermordert wird. Ihre Leiche wird am Rheinufer angespült. Julia war eine Freundin von Ben, dem Cousin von Marie. Ben hat ein Problem mit einem Geocache-Spiel, der Spielleiter legt scheinbar unerreichbare Caches und bedroht Ben, wenn er den Cache nicht findet.  Als Ben  Marie  von seinem Problem erzählt, will sie ihm helfen. Eine weitere Leiche taucht auf, die scheinbar nicht mit dem Fund von Julias Leiche zu tun hat. Die Ermittlungen gestalten sich für Ben und Julia extrem schwierig und sind auch sehr gefährlich ..

Ein interessantes Ermittlerduo, die Gerichtszeichnerin Marie Zucker und der Kriminalhauptkommissar Daniel, der im Rollstuhl sitzt und mit seinem Leben hadert. Auch seinen Beruf wird er wohl nie wieder ausüben können. Die beiden Hauptfiguren sind auch sonst sehr verschieden, Daniel hatte eine schwere Kindheit, Marie stammt aus gutem, reichem Hause, hatte allerdings eine eiskalte Mutter mit fragwürdigen Erziehungsmethoden. Beide Ehepartner haben einige Probleme aufzuarbeiten.

Neben den Ermittlungen stehen die Eheprobleme und Daniels Akzeptanz seiner Querschnittslähmung im Vordergrund, wodurch wir viel über Marie und Daniel erfahren.

Die Autorin hat eine sehr jugendliche Sprache gewählt, was zu diesem Thriller sehr gut passt. Die Geschichte erfahren wir durch verschiedenen Erzählperspektiven der Hauptpersonen. Die Szenen sind sehr lebendig beschrieben und wir lernen Köln näher kennen.

Wer der Mörder ist, und was wirklich passiert ist, konnte ich zwar ungefähr nach 200 Seiten erahnen, allerdings hat es an der Spannung nichts geändert, da ich unbedingt wissen musste, ob ich richtig liege,  und ob die Zuckers den Mörder finden und überführen können.

Fesselnd, spannend, einige ziemlich heftige Szenen, mit ungewöhnlichen, sympathischen Ermittlern und mit Lokalkolorit. 5/5 Sterne für den 1. Fall mit der Familie Zucker. Für mich als Geocacherin natürlich noch interessanter! Ich bin gespannt auf den 2. Fall von Marie und Daniel. 

Donnerstag, 9. Mai 2013

Rezension zu "Dein totes Mädchen", Alex Berg, Knaur Verlag, Thriller


Titel: Dein totes Mädchen
Autor: Alex Berg
Seitenzahl:352 Seiten

Isbn Nr.  978-3426513453
Verlag:  Knaur TB (2. Mai 2013)
Preis: 9,99 Euro
    Klappentext:
     "Caroline kann es immer noch nicht glauben, dass ihre Tochter Lianne tot ist. Ein tödlicher Verkehrsunfall hat die 26-Jährige aus dem Leben gerissen. Tage später stirbt auch der schuldige Autofahrer. Zerrissen von Trauer und Wut, flieht Caroline aus Hamburg in die Einsamkeit der schwedischen Wälder. Als sie das Haus ihrer Familie am See erreicht, wird sie von Erinnerungen überwältigt. Achtundzwanzig Jahre liegt ihr letzter Besuch zurück, doch es ist, als wäre sie nie fort gewesen. Und schnell wird klar, dass Caroline Schuldgefühle plagen, die über die Trauer weit hinausgehen. Umgeben von der tiefen Ruhe der schneebedeckten Wälder, entzieht sie sich immer mehr der Realität. Bis Kriminalkommissar Ulf Svensson, auftaucht, mit einem entsetzlichen Verdacht …"


    Über die Autorin:

    Alex Berg, geboren 1963, hat viele Jahre für norddeutsche Tageszeitungen als freie Journalistin geschrieben, bevor sie ihre ersten Spannungsromane verfasste. Mit ihrem Thriller "Machtlos" gelang Alex Berg ein hoch spannender und brisanter Auftakt zu der Reihe um die Hamburger Staatsanwältin Valerie Weymann und den BND-Agenten Eric Mayer. Hinter dem Pseudonym Alex Berg verbirgt sich die Autorin Stefanie Baumm.

    Eigene Meinung:

    Lilly kehrt nach Jahren zurück in ein abgeschieden liegendes Dorf in Schweden, wo sie ihre Kindheit verbracht hat. Ihre Tochter wurde bei einem Unfall getötet und wir Leser müssen annehmen, dass sie den Tod ihrer geliebten Tochter aufarbeiten möchte in der Abgeschiedenheit der schwedischen Wälder. Ulf, Kriminalkommissar in Stockholm und Lillys Jugendliebe,  bekommt über ein Radarfoto mit, dass seine Jugendliebe zurückgekehrt ist und reist auch in seine Heimatstadt zurück. Dort treffen sich die beiden und versuchen die Vergangenheit aufzuarbeiten.
    Der Autorin gelingt es von der ersten Seite an uns Leser zu fesseln. Sie bringt über Andeutungen und verschiedene Erzählstränge der beteiligten Personen Spannung in die Geschichte. Die Figuren werden vor unserem Auge lebendig. Wir tauchen in die Vergangenheit der vier Freunde ein und erfahren so langsam, was wirklich passiert ist.
    Von Anfang an ist klar, dass die Ulf und Lilly noch immer voneinander fasziniert sind, ihre Liebesbeziehung aber nur tragisch enden kann.

    5/5 Sterne für diese tragische, spannende Liebesgeschichte mit Thrillerelementen.

    Montag, 6. Mai 2013

    Mein Autoreninterview mit Heike Denzau für den Krimikiosk

    Für den Krimikiosk habe ich Heike Denzaus Krimi "Tod in Wacken" rezensiert, der mir sehr gut gefallen hat. Netterweise war die Autorin bereit, mir einige Fragen zu beantworten:

    HEIKE DENZAU über die Herausforderung, die Spannung vom Anfang bis zum Ende zu halten (Interview)


    Biggi Friedrich war wieder einmal kriminell neugierig für uns und hat bei Krimi-Autorin Heike Denzau, deren neuer Krimi TOD IN WACKEN sie begeistert hat, nachgefragt:

    Warum haben Sie mit dem Schreiben begonnen? 
    Eine aus dem Moment heraus entstandene Kurzgeschichte fand so viel Anklang, dass ich mich traute, sie für eine Anthologie beim Rowohlt-Verlag einzureichen. Als dann die Zusage des Verlages kam, hatte ich Blut geleckt. Wobei es in der damaligen Kurzgeschichte keinesfalls um Kriminelles ging, im Gegenteil: Protagonist war ein einflügliger Engel.
    Was fasziniert Sie am Schreiben von Kriminalromanen? 
    Die Faszination liegt in den entstehenden Figuren und deren Motivation. Warum ist der Täter ein Täter? Was brachte ihn dazu, den Mord zu begehen? Welche Geschichte steckt dahinter? Wie erlebt das Umfeld des Opfers den Verlust? 
    Und natürlich ist es die Herausforderung, bei einem Ermittlerkrimi – wie meine bisherigen Lyn-Harms-Krimis es sind - die Spannung vom Anfang bis zum Ende zu halten.

    Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ausgerechnet einen Krimi, der auf dem Wacken-Open-Air Festival spielt, zu schreiben? 
    Diese Frage ist schnell beantwortet: Meine Kommissarin Lyn Harms ermittelt bei der Mordkommission der Kripo Itzehoe. Und da Wacken im Zuständigkeitsbereich der Kripo Itzehoe liegt, lag es auf der Hand, dieses Mega-Festival in einen Fall einzubauen. Die Ausmaße des Festivalgeländes und die Menschenmassen bieten einfach eine geniale Kulisse.
    Welche Musik hören Sie normalerweise gerne? Sind Sie nach Wacken zum Heavy Metal Fan geworden? 
    Heavy Metal ist definitiv nicht die Musik, die ich bei einem Glas Rotwein auf meinem heimischen Sofa genieße. Die Bands und ihre Performance live vor Ort zu erleben, hat da schon einen anderen Charakter. Im Übrigen bin ich nicht auf eine Musikrichtung festgelegt. Ich mag viele Songs aus den Charts, ich höre sehr gern Adele, Katie Melua, Bryan Adams…Und bei Griegs „Morgenstimmung“ lässt es sich nicht nur gut auf dem Sofa liegen, sondern auch Bügeln.
    Wird es noch mehr Fälle mit Lyn und Hendrik geben? 
    Definitiv! Die Idee für den vierten Fall ist bereits geboren und wartet darauf, genährt zu werden. Und meine Leser warten darauf, zu erfahren, wie es in Lyns Privatleben weitergeht. Aber bevor ich mich an die Recherche mache, muss ich zuerst mein laufendes Projekt beenden. Zweigleisig zu fahren ist für mich keine Option.
    Ist während einer Ihrer Lesungen irgendwann einmal etwas Bemerkenswertes/Lustiges/ Skurriles passiert? 
    Bis auf die obligatorischen peinlich berührten Gesichter der Lesungsgäste, deren Handy klingelt, und die ich dann auch gern bitte, doch ranzugehen, ist es bisher eher unspektakulär zugegangen.

    In welchem Genre können wir kein Buch von Ihnen erwarten? 
    Sachbuch. 




    Gibt es eine/n Autoren/in oder Person der Zeitgeschichte, die Sie gerne einmal treffen möchten und was würden Sie sie/ihn fragen? 
    Sollte mir Joanne K. Rowling einmal über den Weg laufen, würde ich ihr sagen, dass „Harry Potter“ für mich ein Meisterwerk an Phantasie ist. Ich habe die Bände seinerzeit meiner Tochter vorgelesen, und wir haben diese Stunden genossen und die Bilder vor unseren Augen auferstehen lassen. Als dann später die Filme kamen, haben wir viele nette Details aus den Büchern vermisst.
    Was lesen Sie selbst gerade? 
    Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand.



    Verraten Sie uns etwas über Ihr aktuelles Projekt? 
    Nur so viel: Es ist kein Krimi, sondern ein Mystery. Spannung und Witz sind garantiert. Und wer meine Kommissarin Lyn Harms mag, der wird auch diese Protagonistin lieben.

    Vielen Dank an Heike Denzau und Biggi Friedrichs für diesen kurzen Blick ins Autorenleben.

    Freitag, 3. Mai 2013

    Rezension zu "Danach" von Koethi Zan, Psychothriller, Scherz Verlag

    Titel: Danach
    Autorin: Koethi Zan
    Seitenzahl: 448 Seiten (1. Auflage 25.4.2013)
    Verlag: Scherz Verlag
    Isbn Nr. 978-3-651-00045-2
    Preis: 14,99 Hardcover

    Klappentext:

    "Du denkst, du hast das Schlimmste überlebt. Doch das wahre Grauen beginnt jetzt - Danach

    "In den ersten 12 Monaten und 11 Tagen unserer Gefangenschaft waren wir dort unten zu viert. Und dann nur noch drei. Es war still im Keller, und wir fragten uns, wer wohl als Nächstes dran sein würde.""


    Über die Autorin:
    Koethi Zan stammt aus Alabama und hat in Yale Jura studiert. Sie arbeitete als Anwältin für Film, Fernsehen und Theater, zuletzt beim Musiksender MTV. Heute konzentriert sie sich ganz auf das Schreiben und hat bereits zahlreiche Ideen für weitere Thriller. Koethi Zan lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Hudson im Bundesstaat New York.


    Eigene Meinung:

    Sarah und ihre Freundin Jennifer wurden nach dem Verkehrsunfall von Jennifers Mutter richtige Kontrollfreaks. Sogar einen Taxiservice bezahlen sie im Voraus, um jederzeit auf diesen Dienst zurückgreifen zu können. Eines abends nach einer Highschoolparty finden sie sich in einem Taxi wieder und stellen fest, dass sie zu einem Fremden ins Auto gestiegen sind. Pfefferspray und alles, was sie für den Notfall eingepackt haben, nützt ihnen nichts mehr. Sie finden sich in einem Verlies wieder. Nackt und angekettet. Jennifer ist in "der Kiste". Vor dieser haben die beiden Kellerbewohnerinnen, Christine und Tracy am meisten Angst. Jennifer kommuniziert anfangs noch über Klopfzeichen mit Sarah, dann nicht mehr. Die Mädchen sind den Gewaltfantasien eines Fremden, den wir später noch kennenlernen werden, ausgeliefert.
    10 Jahre nach dem 3jährigen Kelleraufenthalt soll "Jack" auf Bewährung frei kommen. Er hat geheiratet. Sarah, die noch immer in Therapie ist, kaum ihre Wohnung verlässt und keinem Menschen in die Augen blicken kann sollte etwas tun, damit Jack nicht wieder frei kommt.
    Ganz langsam erfahren wir Stück für Stück die Geschichte von Sarah, Jennifer, Tracy und Christine vor ihrem Aufenthalt im Kellerverlies. Sarah gelingt es, über ihren Schatten zu springen und Nachforschungen über Jack und seine Ehefrau anzustellen. Dabei muss sie sich mit ihrer Vergangenheit konfrontieren, was ihr natürlich überhaupt nicht leicht fällt. Der Leser leidet mit Sarah, kann ihre Ängste verstehen und hofft, dass Jack im Gefängnis bleiben wird

    Dieser unglaublich gut geschriebene Psychothriller lässt uns aus der Ich-Perspektive von Sarah an deren Geschichte teilhaben. Wir erleben ihre Ängste mit, die für uns nachvollziehbar sind. In Rückblicken, Gesprächen und Träumen erfahren wir, was Sarah und die anderen Mädchen erleiden mussten, dabei schafft es die Autorin unser Kopfkino zum Laufen zu bringen. Die Autorin geht bei den Schilderungen nicht ins Detail, dennoch wird der Leser das Grauen spüren, dem die Mädchen ausgeliefert sind. Die Atmosphäre im Verlies, das Konkurrenzdenken der Mädchen, ihre Angst vor Jack, die Erleichterung, wenn ihre Folterungen vorbei sind, sind für den Leser intensiv spürbar.

    Mittels Andeutungen, was Tracy z. B. in der Vergangenheit erlebte,  oder wie Sarah frei kam lässt sie den Leser Vermutungen anstellen und erzeugt eine unglaubliche Spannung. Wir wissen ja, dass Sarah frei kam, allerdings nicht wie. Zum Ende des Thrillers hin müssen wir feststellen, dass die Autorin noch einige Überraschungen bereit hält ...

    5/5 Sterne für diesen fesselnden, intensiven, hochspannenden Psychothriller mit glaubhaften Figuren - ein absolutes Thriller-Highlight.