Dienstag, 28. August 2012

Rezension zu "Der Heiler" von Antti Tuomainen, einem Endzeitthriller aus dem List-Verlag

Titel. Der Heiler
Autor: Antti Tuomainen
Isbn Nr. 978-3-471-35082-9
Seitenzahl: 217 Seiten
Verlag: www.list-verlag.de

Klappentext:
Helsinki in der nahen Zukunft: Bestialische Morde an Familien mit Kindern treiben die Anwohner in die Flucht. Die Polizei ist machtlos. Ein radikaler Umweltschützer der "Heiler", lässt seine irren Botschaften über die Presse verkünden. Voller Stolz übernimmt er die Verantwortung für die More. Wozu ist er noch in der Lage? Da kehrt die Journalistin Johanna von einer Recherche nicht mehr zurück. Ihr Mann, der Dichter Tapani, ist außer sich vor Sorge. Johanna ist seine große Liebe, alles würde er für sie tun. Steckt der fanatische Heiler hinter ihrem Verschwinden? Bei seiner Suche findet Tapani heraus, dass Johanna Geheimnisse vor ihm hatte. Auf rätselhafte Weise steht sie in Verbindung zum Heiler. In panischer Angst begibt sich Tapani auf die Suche nach der Frau, ohne die er nicht leben will.

Über den Autor:

Antti Tuomainen wurde 1971 geboren und war früher als Werbetexter tätig. Heute arbeitet er als Autor und freier Journalist. "Der Heiler" war in Finnland ein großer Erfolg bei Lesern und Kritikern und stand wochenlang an der Spitze der Bestseller-Liste. Antti Tuomainen lebt mit seiner Frau in Helsinki.

Eigene Meinung:

Helsinki versinkt im Chaos. Aufgrund des Klimawandels ist nichts mehr wie früher. Wer Geld hat, verschwindet in den Norden. Flüchtlinge aus dem Süden und Osten beziehen die alten verschimmelten Wohnungen. Krankheiten wie Malaria, Ebola, etc. nebst Ungeziefer wie Ratten und Kakerlaken breiten sich wieder aus. In diesem Chaos werden Familien vom "Heiler" ermordet. Tapanis Frau Johanna, eine Reporterin,  ist verschwunden. Sie soll über den "Heiler" Nachforschungen angetellt haben. Da die Polizei nicht nach Johanna sucht, fängt Tapani an zu ermitteln. Bei seinen Ermittlungen helfen ihm ein Taxifahrer und ein Kommissar.

Mir hat dieser auf sprachlich hohem Niveau erzählte Endzeit-Thriller, den Tapani aus der Ich-Perspektive erzählt, sehr gut gefallen. Antti Tuomainen gibt die düstere Stimmung, die in Helsinki herrscht, sehr gut wieder.

Tapani, der Lyriker, entwickelt sich aus Liebe zu seiner Frau zum Helden. In Rückblicken bekommt der Leser eine Ahnung von der innigen Beziehung zwischen den beiden, deshalb nehme ich es Tapani ab, dass er alles versucht, seine Frau zu finden. Der helfende Kommissar, der trotz des bestehenden Chaos immer noch versucht, Recht und Ordnung aufrecht zu halten, obwohl das gar nicht mehr möglich zu sein scheint, hat mir auch sehr gut gefallen.

Durch die eingebauten Wendungen schafft es Antti Tuomainen, eine Spannung aufzubauen und diese bis zum Schluß zu erhalten - und das ohne viel Blutvergießen! Vielen Dank an Mara für den Büchertausch!

Montag, 27. August 2012

Rezension zu "Goldmacher" von Gisela Stelly, Familienroman, Gegenwartsliteratur, Arche Verlag

Titel: Goldmacher
Autorin: Gisela Stelly
Isbn Nr. 978-3-7160-2677-9
Seitenzahl 415 Seiten
Verlag: www.arche-verlag.de



Klappentext:
In der Hitler-Jugend treffen sie aufeinander: der Aufklärung suchende Anton Bluhm und der wunderwaffengläubige Franz Münzer. Es ist der Beginn einer lebenslangen Freundschaft, geprägt von Rivalitäten, Liebesbegehren und familiären Brüchen in den Zeiten der Beschleunigung und der großen Lust auf Leben. Goldmacher umspannt die Zeit vom Heraufdämmern und Ausbruch eines gespenstischen Wunderglaubens in Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts und seinen dramatischen Folgen bis zu seiner modernen Wiederholung, dem Glauben an das Wunder einer unbegrenzten Vermehrung von Geld und Gütern zu Beginn des neuen Jahrtausends.

Über die Autorin:
Die Schriftstellerin, Filmerin und Autorin Gisela Stelly  ist im Berlin der 50er und 60er Jahre aufgewachsen, hat Anfang der 70er Jahre für die Zeit (Redaktion Modernes Leben) geschrieben, in den 70er und 80er Jahren Dokumentar- und Spielfilme gedreht (Drehbuch und Regie), Anfang der 90er Jahre ihren 1. Roman veröffentlicht, zuletzt erschien Moby (2005). Sie war von 1972 bis 1992 mit Rudolf Augstein verheiratet. Gisela Stelly lebt in Hamburg und Berlin. Mehr über die Autorin: www.giselastelly.de.

Eigene Meinung:

Das Buch ist in 4 Kapitel unterteilt: Der Goldmacher 1924 - 1945, Die Geldmacher 1946 - 1967, Lehrlinge und alte Meister 1968 - 1989 und Entfesselte Geisster 1990 - 2001. Einen Stammbaum mit allen Familienmitgliedern und eine Chronik der Ereignisse ist auf der 1. und letzten Seite zu finden.

Gisela Stelly hat mit dieser spannenden Familiensaga um die Familien von Anton Bluhm und Franz Münzer eine großartige, kurzweilige, sehr interessante Geschichte mit sehr lebendigen und starken Hauptfiguren geschaffen. Anton Bluhm, der ein Anhänger der Vernunft ist, die Wahrheit erkennen und diese verbreiten möchte und der gegensätzliche Franz Münzer, der an die Wunderwaffe glaubt, und sich gegen seinen übermächtigen Vater durchsetzen muss, sind zwei gelungene Protagonisten, die uns durch die deutsche Zeitgeschichte führen.

Gisela Stelly hat einen großen Teil deutscher Geschichte sehr spannend, humorvoll und informativ wiedergegeben.Den Fokus der Geschichte setzt sie uf den Wunderglauben im 3. Reich.  Der Leser kann die Wiederholung des Wunderglaubens in Form des Glaubens an das Geld in der heutigen Zeit erkennen.

5/5 Sterne für diese großartige Unterhaltung.



Freitag, 24. August 2012

Vorstellung von meiner Gastrezensentin Katja "Kaddel" Peters




Meine Gastrezensentin, die mich und meinen Blog mit Rezensionen unterstützt, möchte sich heute bei euch vorstellen:

Ich komme heute dann endlich einmal dazu, mich bei einmal persönlich vorzustellen :D

Mein Name ist Katja Peters (Spitzname „Kaddel“). 
Ich bin Baujahr 1975, seit 2010 verlobt und lebe mit meinem Schatz und meinem Kater Foxi (BJ 2007) in Lübeck. Beruflich lese ich auch viel, habe allerdings nichts mit Romanen zu tun, sondern arbeite bei der Stadtverwaltung – bin also eine Bürostute :D
Als Kind und Jugendliche konnte man mich entweder mit meinen Freunden an der frischen Luft oder alleine in meinem Zimmer mit einem Buch vor der Nase vorfinden. Heute sieht es eigentlich nicht anders aus J
Ich lese rein aus Spaß an der Freude – in der Freizeit, aber hauptsächlich auf meinem Weg im Bus zur Arbeit/nach Hause oder falls ich mit dem Zug unterwegs bin.
Von den Genres bevorzuge ich Thriller und Krimis, lese aber auch gerne zwischendurch Fantasy, Dystopien, Historische Romane, Jugendbücher (hauptsächlich die „alten“ Ravensburger aus der Schulzeit *gg*) , Biografien und gute alte Schnulzen ;-)
Durch FB bin ich wieder in eine Art Lese- und Bücherrausch gekommen und aufgrund einiger Empfehlungen und Anregungen habe ich mich entschlossen, wieder Rezis zu schreiben und bei ciao.de zu veröffentlichen. Ich verfasse diese jedoch nicht zu allen von mir gelesenen Romanen.
Biggi habe ich ebenfalls über FB kennengelernt und dankend das Angebot angenommen, dass sie Gast-Rezis von mir veröffentlicht. Einen eigenen Blog traue ich mir nicht zu bzw. ich kenne mich: Habe zwischendrin auch Null-Bock-Wochen und würde daher einer eigenen Seite niemals gerecht werden können. FB, ciao.de und die Gast-Rezis u.a. auf diesem Blog reichen mir da völlig aus, ohne dass ich allzu sehr in Stress gerate :o)
In meinen Rezis gebe ich dem Grunde nach den Klappentext, meine Meinung zum Buch und ein eigenes Fazit wieder. Fast immer bewerte ich auch das Cover, dass doch einen gewissen Kaufanreiz im Buchladen auslösen sollte.
Ich stehe auf Nachfrage gerne für Lese-/Rezensionsexemplare zur Verfügung – Hardcover, Taschenbuch oder eBook (pdf oder Kindle-Version) werden von mir gelesen und rezensiert. Allerdings kann dies in einigen Fällen etwas dauern - übern Daumen gepeilt „schaffe“ ich 1,5 Bücher pro Woche.
FB-Anfragen von Autoren oder anderen Leseratten werden von mir sehr gerne angenommen.
Damit Ihr Euch auch noch ein Bild von mir machen könnt, habe ich auch 2 aktuelle Fotos gepostet.
Liebe Grüße aus Lübeck
Von der Kaddel :o)
P.S.: Man liest sich ;-)

Mittwoch, 22. August 2012

Rezension zu "Duocarns - Schlingen der Liebe", 2. Teil, von Pat McGraw, E-Book, Erotic Science Fiction

 Titel: Duocarns, Schlingen der Liebe,  Teil 2

Autorin: Pat McGraw

E-Book Kindle Edition

Dateigröße: 383 KB

Seitenzahl der Printausgabe: 200 Seiten

Verlag: Elicit Dreams Verlag

Isbn-Quelle für Seitenzahl: 3943764001

Kurzbeschreibung

Erotic Fantasy: Der Kampf der außerirdischen Krieger gegen die Bacanis beginnt: David, der Gefährte des Duocarns Tervenarius, hilft, die Bacanis bis zu deren Unterschlupf zu verfolgen. Der Duocarn-Navigator Chrom und die feindliche Navigatorin Psal begegnen sich. Sollen sie ihre Feindschaft auf der Erde fortsetzen?
Der Bacani Boss Bar erschafft mit Hilfe des skrupellosen Chemikers Ron die gefährliche Sexdroge Bax. Aber Ron versucht auf dem Geschäft auszusteigen und bietet die Bax-Formel der in der chemischen Industrie arbeitenden Maureen an. Die Duocarns erfahren von dem Verkauf. Maureen lernt den kämpferischen Xanmeran kennen und weist ihn auf rabiate Art in seine Schranken.
Der Wissenschaftler Ulquiorra öffnet ein Tor zwischen Duonalia und der Erde. Nun ist der Weg nach Hause für die Duocarns frei.

Über die Autorin:

 Pat McCraw begann nach dem Tod ihres Mannes mit ihrem großen "Duocarn" Werk. Durch ihre jüngste Tochter und deren Vorliebe für Fanfiction und Yaoi beeinflusst, erschuf sie in ihrer Erotic-Fantasy Buchreihe fantastische Traum-Männer, die so manches Herz höher schlagen lassen. Sie wohnt mit ihren drei Kindern und zwei Hunden in der Eifel.
Eigene Meinung:
In der Fortsetzung zu Teil 2 lernen wir neue Figuren kennen. Der Kampf der Duocarns gegen die Bacanis beginnt und Chrom freut sich, Psal kennenzulernen. Auch der Bacani-Chef Bar lernt eine für ihn sehr interessante Frau kennen und eröffnet einen neuen Geschäftszweig. Maureen und Xanmeran kommen sich näher. Der Heimatplanet der Duocarns hat Probleme mit der Überzahl an Bacanis, so dass die Wissenschaftler aus Duonalia einen Weg suchen, die Duocarns nach Hause zurückzuholen.

Pat McGraw hat auch diesen Teil spannend und bildgewaltig erzählt, tolle Charaktere erschaffen und lässt die Erotik nicht zu kurz kommen. 5/5 Sterne für diese gelungene Fortsetzung einer eigenen Welt. Für alle Fans von Black Dagger und Co. eine empfehlenswerte Alternative!


Dienstag, 14. August 2012

Rezension zu "Die Legenden der Weltentaucher - Der Aufbruch" von Hilke-Gesa Bußmann, High-Fantasy-E-Book

Titel: Die Legenden der Weltentaucher - Der Aufbruch
Autorin: Hilke-Gesa Bußmann
E-Book kindle Edition
Seitenzahl.ca. 100 Normseiten

Kurzbeschreibung:
Die Schriftrollen waren längst vergessen, der Trank galt über Jahrtausende als nicht braubar ... Und doch setzt er sich genau dieses Ziel!

Acadius ist Lehrling an der örtlichen Universität. Die Alchemie ist für ihn viel mehr als nur ein Studienfach – sie ist seine Berufung. Eines Tages gelangen ein paar alte Schriftrollen in seinen Besitz und was er dort liest, übersteigt seine Vorstellungskraft: Ist es vielleicht doch möglich, in die alte Welt zurückzukehren? Verzweifelt begibt er sich auf die Suche nach den Zutaten, um das Geheimnis zu lüften. Doch er kann nicht allen an der Universität trauen und so steht nichts Geringeres als sein Leben auf dem Spiel ...

Über das Projekt Weltentaucher - Literaturfreunde erfahrt ihr hier mehr: http://www.weltentaucher-literaturfreunde.hilke-gesabussmann.de/

 Über die Autorin:
Als Januarkind liebt sie die kalten Wintermonate. Ihre Kindheit und Jugendzeit verbrachte sie in Ostfriesland. Die flache Landschaft im Norden Deutschlands ist auch heute noch eine Quelle ihrer Inspiration und begleitetet sie auf dem Weg zu den ersten literarischen Erfolgen. Das rauschende Meer und die orangeroten Sonnenuntergänge am endlosen Horizont zieht sie an und verführt sie, ihre Gedanken mit den Wellen schweifen zu lassen und an ihren Ideen zu arbeiten. Nach ihrem Abitur im Jahr 2009 zog es sie ins Rhein-Main-Gebiet, um an der Goethe-Universität in Frankfurt ihre Leidenschaft Literatur zu ihrem Studieninhalt und ihrem Beruf zu machen. Kein Tag vergeht, an dem sie nicht an ihren Ideen und Projekten arbeitet. Im November 2011 ist ihr Debütroman „Lieb mich!“ im AAVAA-Verlag erschienen.  Mehr über die Autorin: http://www.hilke-gesabussmann.de/Hilke-Gesa_Bumann/Willkommen.html.

Eigene Meinung: 

Die Autorin hat mit Acadius, der ersten Figur der Weltentaucher, eine sehr interessante Figur geschaffen. Acadius erzählt uns seinen Aufbruch  in der Ich-Perspektive. Die Story ist sehr detailiert und bildhaft geschrieben, so dass der Leser sofort eintaucht ins Geschehen.. Wir erfahren, wie Acadius beim Pilzesammeln im Wald einen etwas seltsamen Alten trifft. Ein Ereignis tritt durch diese Begegnung ein, das sich Acadius wohl sehnlichst gewünscht hat. Mehr verrate ich euch nicht.

Später ist Acadius an der Alchemie-Universität. Er ist sehr begabt darin, Tränke zu brauen. Einen Trank, der dem Alchimisten ermöglichen sollte, in die Alte Welt zu reisen, versuchen die Gelehrten schon seit Jahrhunderten zu brauen. Ob Acadius das schafft, was keiner vor ihm erreicht hat? Kann er in die Alte Welt reisen mit seinem Trank? Um diesen Trank, der in alten Schriftrollen erwähnt wurde, brauen zu können, muss Acadius seltene Pflanzen bekommen, das ist auch nicht so einfach. Doch Acadius ist sehr einfallsreich und risikobereit.

Ich vergebe für diese kurzweilige, intensiv erzählte und spannende High-Fantasy-Story 5/5 Sterne und warte sehr gespannt auf die Fortsetzung. 


Montag, 13. August 2012

Gastrezension von Katja Kaddel Peters zu "Königliche Republik" von Annemarie Nikolaus


Titel: Königliche Republik
Autorin: Annemarie Nikolaus
Isbn Nr. 978-1477531143
Seitenzahl: 396 Seiten
E-Book über Amazon
Printausgabe:
Verlag „CreateSpace Independent Publishing Platform“








***INHALT/KURZBESCHREIBUNG ***

Laut Amazon.de:
1647: Die ehrgeizige Patriziertochter Mirella Scandore ist mit einem Neffen des spanischen Vizekönigs verlobt, als sich das Volk von Neapel gegen seine Herrschaft erhebt. Neapel erwählt den Herzog von Lothringen, Henri de Guise, zu seinem neuen Dogen. Mirella lernt ihn zu schätzen und verliebt sich in einen seiner Offiziere, Alexandre de Montmorency.
Ihr Bruder Dario dagegen sieht die Familie durch die anarchischen Verhältnisse nach dem Aufstand bedroht. Deshalb beteiligt er sich an einer Verschwörung gegen die junge Republik.
Als er verraten wird und ihm die Hinrichtung droht, deckt Mirella ihn schweren Herzens durch einen Meineid. Doch dann plant Dario ein Attentat auf den Dogen, bei dem unweigerlich auch Alexandre getötet würde ...

Meine eigenen Worte:

Mit Liebe zum detaillierten Hintergrundwissen erzählt Annemarie Nikolaus über die Aufstände der neapolitanischen Republik aus Sicht der Familie Scandore. Die Hauptperson in diesem historischen Roman ist Mirella, 15 Jahre jung. verlobt mit einem Angehörigen der spanischen Königsfamilie, liebt sie Gesellschaften und den dortigen Tanz. Ihr Bruder Dario, heimlich liiert mit der besten Freundin, engagiert sich bereits politisch und wird in den unruhigen Zeiten als Landesverräter gefangen genommen.
Wie kann die Schwester, die in dieser Geschichte über sich hinauswächst, den geliebten Dario aus dem Arrest befreien und vor der Todesstrafe bewahren? Und ist sie sich noch sicher, den spanischen Verlobten heiraten zu wollen, nachdem sie Marquis Alexandre kennengelernt hat?
Mirella muss sich in dunklen Gassen herumtreiben, den verkehrten Mitmenschen vertrauen, Freundschaften schließen und liebgewonnene Weggenossen verlieren, bevor sie am Ende vor der Frage steht: Zu wem möchte ich gehören?
 
***MEINE MEINUNG***

Die Autorin setzt den Fokus auf den geschichtlichen Hintergrund, die Irren und Wirrungen von Neapel im 17. Jahrhundert. Wer sich das  - auch beim Lesen des Buchtitels (KÖNIGLICHE REPUBLIK) - vor Augen hält, bevor er mit diesem Buch startet, wird von diesem Roman begeistert sein.
Ich war es leider nur bedingt. Mein bevorzugter Lesebereich liegt aber auch eher bei Thrillern, aber auch bei historischen Romanen, die eine Liebesgeschichte oder eine spannende Krimigeschichte beeinhalten. Ich werde daher als Leserin bzw. Rezensentin diesem Buch bestimmt nicht gerecht, da er nicht 100% meinen Geschmack entspricht.

Viele Ortsbeschreibungen und Fremdwörter haben meinen persönlichen Lesefluss etwas stocken lassen. Es wurde viel mit wörtlicher Rede gearbeitet, die den Sprachverhältnissen der damaligen Zeit angepasst wurde. Leider kam ich mit dieser Ausdrucksweise ebenfalls nicht sehr gut klar.

Annemarie Nikolaus erzählt in der dritten Person. Gut gefallen hat mir die Darstellung der weiblichen Hauptprotagonistin, Mirella. Mit 15 Jahren bereits gut verlobt, ist sie am Anfang der Erzählung ein naiver, ungestümer und lebensfroher Teenager, der sich im Laufe der Zeilen zu einer mutigen, verliebten jungen Frau mausert. Sie ist mir wirklich sehr ans Herz gewachsen und da ich ebenfalls einen Bruder habe, habe ich die Seiten, in denen die Beziehung der Geschwister aufgegriffen wurde, gerne gelesen. Wie Mirella würde ich alles für meinen Bruder tun, egal, welche Konsequenzen sich daraus entwickeln würden, aber ich würde auch versuchen, ihm die Leviten zu lesen, wenn er mit seiner Meinung und Ansichten vom richtigen Weg abkommen würde.

Mirella „mag“ ihren spanischen Verlobten und glaubt, dass diese Gefühle für eine Beziehung ausreichen würden. Sie ahnt jedoch, dass es auch „anders“ sein kann, anhand der heimlichen Liebschaft von Dario mit ihrer besten Freundin. Und als sie den Franzosen Alexandre kennenlernt, merkt man als Leser, dass sich zarte Bande entwickeln und Mirella in einer Zwickmühle steckt, da sie sich auch an ihr Eheversprochen gebunden fühlt.

Mirellas Szenen reichen von träumerisch bis sehr actionreich, gewieft bis charmant/unschuldig. Wäre die Liebesgeschichte ein wenig mehr ausgearbeitet worden, hätte das Buch sicherlich mehr meinen Lesegeschmack getroffen.


***WIE ICH ZU DIESEM BUCH GEKOMMEN BIN***

Ich lese sehr gerne und schreibe auch ab und zu Rezensionen zu einigen Hardcovern, Taschenbüchern oder auch eBooks. Diese werden dann von mir auf entsprechenden Internetseiten (u.a. amazon.de), Bücherforen bei facebook und in verschiedenen Blogs als Gast-Rezis veröffentlicht.
Die Autorin Annemarie Nikolaus ist so auf mich aufmerksam geworden, worüber ich mich sehr gefreut habe. Ihr verdanke ich auch das kostenlos für diese Rezension zur Verfügung gestellte eBook-Exemplar und möchte mich nochmals herzlichst dafür bedanken!


***INFOS***

KÖNIGLICHE REPUBLIK wurde bei amazon.de als „Historischer Roman“ eingestuft, die Autorin selber gab mir gegenüber an, dass es sich bei diesem Werk um ein „Drama“ handeln würde.

Über die Autorin:
Annemarie Nikolaus hat bereits mehrere Taschenbücher (u.a. Das Feuerpferd) und eBooks (u.a. Ustica) herausgebracht.
Sie wurde 1952 in Hessen geboren, hat zwanzig Jahre in ihrer Wahlheimat, Italien, gelebt und wohnt jetzt mit ihrer Tochter in Frankreich. 

Vielen Dank, liebe Kaddel, für deine ausführliche Rezension, die du mir für meinen Blog zur Verfügung gestellt hast. 

Freitag, 10. August 2012

Rezension zu "Von Flöhen und Mäusen", E-Book von Mila Roth

Titel: Von Flöhen und Mäusen
Fall 2 für Markus Neumann und Janna Berg
Autorin: Mila Roth
E-Book, Formate: Kindle / mobi, EPUB, PDF

Seitenzahl: 172 TB-Seiten
ISBN PDF: 978-3-943797-88-6
ISBN EPUB: 978-3-943797-87-9
Taschenbuch
exklusiv bei Amazon.de



Inhaltsangabe:

Die »Spionin wider Willen« ist wieder im Einsatz!

Aus einer Datenbank werden hochsensible Steuerdaten von Bankern und Politikern gestohlen. Rasch führen erste Spuren zu einem bekannten Rheinbacher Steuerberater. Doch dieser ist offiziell über jeden Verdacht erhaben. Das »Institut« steht vor einem Problem, denn die Ermittlungen geraten ins Stocken.
Dann stellt sich heraus, dass ausgerechnet Janna Berg, Zivilistin und Pflegemutter zweier Kinder, Verbindungen zu der Zielperson hat. Obwohl es ihm alles andere als recht ist, muss Agent Markus Neumann sie überreden, dem Geheimdienst noch einmal zu helfen.
Janna stimmt zu, aber damit fangen die Probleme erst an …

Über die Autorin:


Mila Roth ist ein Pseudonym der
Autorin Petra Schier. Sie ist 1978 geboren und lebt mit ihrem Mann und einem Deutschen Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel, studierte  Geschichte und Literatur an der Fernuniversität Hagen, und arbeitet seit 2003 als freie Autorin.
Unter ihrem Realnamen Petra Schier erscheinen ihre historischen Romane im Rowohlt Taschenbuch Verlag, ihre Weihnachtsromane bei Rütten & Loening.
Unter dem Pseudonym Mila Roth veröffentlicht die Autorin verlagsunabhängig die Action-Romance E-Book-Serie um den Geheimagenten Markus Neumann und die Zivilistin Janna Berg.
Mehr Informationen unter: www.mila-roth.de

Eigene Meinung:

Fall 2 von Markus Neumann und Janna Berg liest sich wieder leicht und flüssig. Die sympathische Janna redet sehr viel, was Markus oft sprachlos macht. In Band 2 lernen wir Markus näher kennen. Er ist nicht begeistert davon, schon wieder mit Janna zusammenarbeiten zu müssen. Er fügt sich jedoch den Wünschen seines Vorgesetzten.
Markus grübelt über Janna, die so natürlich ist, so ganz anders, als die Frauen, mit denen er es sonst zu tun hat. So ganz egal scheint ihm Janna nicht zu sein ..

Fall 2 des Teams ist allerdings nicht so spannend und actionreich, wie der erste Teil. Dennoch liest sich die Geschichte sehr gut. Bei manchen Szenen musste ich schmunzeln. Die Spielerei mit den verschiedenen "Mäusen" hat mir auch sehr gut gefallen!

Wer die Serie "Agentin mit Herz" gerne angesehen hat, wird von Janna und Markus begeistert sein und deren Abenteuer sehr gerne lesen. Ich vergebe 4/5 Sterne für die kurzweilige Agentengeschichte und freue mich auf Band 3.

Ich bedanke mich bei Mila Roth, dass ich bei ihrer Leserunde dabei sein durfte und dieses E-Book dafür erhalten habe.

Montag, 6. August 2012

Rezension zu: "Totenzimmer" von Susanne Staun, Tropenverlag, Thriller

Titel: Totenzimmer
Autorin: Susanne Staun
Seitenzahl: 331 Seiten
Isbn Nr. 978-3-808-50213-8
Verlag: www.tropen.de
Klappentext:
Die Rechtsmedizinerin Maria Krause steht vor einem Rätsel: Vor ihr liegt die geschändete Leiche einer jungen Frau, und die einzige Spur, die der Täter hinterlassen hat, ist ein Abdruck rot gefärbten Schweißes. Eine Spurensuche beginnt, die einige Abgründe aufreißt... Maria Krause braucht nicht lange, um herauszufinden, dass die merkwürdige Rotfärbung am Hals der Leiche von der Einnahme eines Lepra-Medikaments herrührt. Doch in Dänemark gab es seit 1911 keinen Fall von Lepra mehr. Wer also verschreibt ein solches Medikament? Und wer nimmt es ein? Auf der Suche nach dem mysteriösen Mörder gerät Maria Krause an ihre Grenzen. Denn sie trägt ein dunkles Geheimnis mit sich herum: Vor Jahren hat sie ein Kind abgetrieben, und das belastet sie schwer. Bei der Obduktion der Leiche meint sie nun zu erkennen, dass es sich um ihre Tochter handelt. Seltsam nur, da sie keine Kinder hat. Bald kann ihr selbst ihre beste Freundin nicht mehr dabei helfen, zwischen Realität und Wahnsinn zu unterscheiden. Der Roman bildet den Auftakt einer neuen Krimiserie um die psychisch labile Rechtsmedizinerin Maria Krause. Susanne Staun, eine neue Bestsellerautorin aus Dänemark, bietet dem Leser psychologische Hochspannung - an der Grenze zwischen Realität und Wahnsinn.

Über die Autorin

Susanne Staun, 1957 geboren, studierte Englisch und Literatur an der Universität von Kopenhagen und Journalistik in den USA. »Totenzimmer« wurde u. a. mit dem wichtigsten dänischen Krimipreis, dem Harald Mogensen Pris, ausgezeichnet und war für den renommierten skandinavischen Krimipreis nominiert.

Eigene Meinung:

Dieser Thriller, in dem die eigenwillige, etwas verschrobene Gerichtsmedizinerin Maria ermittelt, ist sehr spannend erzählt. Wir bekommen die Ermittlungen aus der sehr persönlichen Sicht von Maria mit, da die Autorin den Roman in der Ich-Perspektive von Maria geschrieben hat. In einzelnen Kapiteln lernen wir den Täter näher kennen, denn in diesen Kapiteln schreibt der Täter Tagebuch.

Die Hauptfigur Maria ist eine Eigenbrötlerin, die ihrer Freundin Nkem von Kopenhagen an das Gerichtsmedizinische Institut nach Odense gefolgt ist, wo beide nun arbeiten. Maria ist sehr schnell in den Fall, in dem ein junges Mädchen ermordet wurde,  persönlich verstrickt, da sie sich einbildet, dass es sich beim Mordopfer um ihre Tochter handelt. Zusammen mit Nkem beginnt Maria zu ermitteln und bringt sich schnell in höchste Gefahr.

Mir hat dieser ehr gut erzählte, etwas skurrile Thriller mit dieser eigenwilligen Gerichtsmedizinerin sehr gut gefallen, ich vergebe 5 Sterne (von insgesamt 5) und bin gespannt auf weitere Fälle um Maria und Nkem. Vielen Dank an Vorablesen für das Rezensionsexemplar.

Sonntag, 5. August 2012

Rezension zu "Bitter Lemon" von Wolfgang Kaes, Thriller

Titel: Bitter Lemon
Autor: Wolfgang Kaes
Verlag: C. Bertelsmann Verlag
Seitenzahl: 352 Seiten
Isbn Nr. 13-978-3570011201
Seit Juli 2012 ist das Buch auch als Taschenbuch erhältlich


Klappentext:

Der Halbwaise David Manthey und der Gastarbeitersohn Zoran Jerkov waren in ihrer Kindheit enge Freunde. Zwei Jahrzehnte später wird Ex-Polizist Mantey beauftragt, Jerkov aufzuspüren. Der ist gerade aus dem Gefängnis entlassen worden, wo er wegen Mordes zwölf Jahre unschuldig gesessen hat. Vor laufender Kameras schwört Zoran Jerkov Rache und taucht unter. Tatsächlich sterben nun Menschen, die mit dem Fall zu tun hatten. Polizei und Medien jagen den Flüchtigen. Wurde Zoran diesmal doch zum Mörder? David Manthey kann es nicht glauben und ermittelt auf eigene Faust.
Erst durch die Journalistin Kristina Geisberg, die Zorans Freilassung erzwungen hat, wird David Manthey klar, dass zoran vor 12 Jahren nicht das Opfer eines Justizirrtums wurde, sondern Zielscheibe der perfiden Intrige eines Menschenhändlerrrings. David Manthey erkennt, dass ihm nicht viel Zeit bleibt, um zu verhindern, dass sein alter Freund Zoran aus Rache tötet - oder getötet wird.

Über den Autor:
Wolfgang Kaes wurde 1958 in der Eifel geboren. Die Entscheidung, zur Kripo zu gehen (da gibt es eine familiäre Vorbelastung) oder doch besser Journalist zu werden, fiel erst unmittelbar vor dem Abitur. Kaes finanzierte sein Studium der Politikwissenschaft, Kulturanthropologie und Pädagogik mit Jobs als Waldarbeiter, Hilfsarbeiter im Straßenbau, Lastwagenfahrer, Taxifahrer und schließlich als Polizeireporter für den Kölner Stadt-Anzeiger. Er arbeitete für das US-Nachrichtenmagazin Time, schrieb Reportagen für den Stern und andere. Heute ist Wolfgang Kaes Chefreporter beim Bonner General-Anzeiger. Seit 2004 erscheinen seine sorgfältig recherchierten Thriller, in denen er politisch hochbrisante Themen verarbeitet. "Das Gesetz der Gier" ist sein sechster Roman.

Eigene Meinung:



Das Buch hat mich von der ersten Seite an gepackt und beschäftigt mich nach dem Lesen weiter. Es ist ein packender, spannender, actionreicher Thriller, der sehr gut geschrieben ist und der uns viele Informationen liefert über Menschenhandel, über Armut, über Politik, Macht und Ohnmacht in einem Rechtstaat. Der Autor hat sehr gut über das Thema Sklavenhandel recherchiert und aus diesen Infos einen packenden Thriller kreiert.

David Manthey ist eine starke Hauptfigur, die alles daran setzt, seinem alten Freund Zoran zu helfen. Er hat ein starkes Rechtsempfinden, das ihn dazu veranlasst hat, ein Buch zu schreiben, was ihm dann seinen Job gekostet hat und viele Feinde beschert hat. Interessant ist auch Davids Vergangenheit, die wir im Laufe der Geschichte kennenlernen.

Die 2. Hauptfigur, Zoran, Davids Freund, ist in den Balkankrieg gezogen und nach seiner Rückkehr aus dem Krieg war er im Kölner Mileu tätig bis zum Mord an einer Prostituierten.

Die Journalistin Christina risikiert für Zoran ihren Job und ermittelt zusammen mit David, was vor 12 Jahren wirklich geschah und wer hinter dem Ganzen steckt. Was die beiden mit Hilfe einiger Freunde entdecken, ist mehr als haarsträubend. David versucht seinen Freund Zoran zu finden und zu schützen und muss dabei selbst untertauchen.

Interessant fand ich die so nebenbei über die Stadt Köln eingestreuten Infos und Plätze in Köln, die ich durch diesen Thriller kennenlernte.

Ich kann diesen erstklassigen Thriller sehr empfehlen und vergebe 5/5 Sterne. Wolfgang Kaes werde ich auf jeden Fall im Blick behalten und seine bisher veröffentlichten Bücher stehen schon auf meiner Liste.

Samstag, 4. August 2012

Mein Interview für LiTeraMag mit Sylvia M. Dölger, Autorin von "Hinter deiner Tür, E-Book

Mein Interview mit Sylvia M. Dölger für das LiTeraMag

 LiTMag: Bitte stellen Sie sich kurz vor:

 S.M. Dölger: Ich bin 38 Jahre alt, Lehrerin an einer Berufsschule und unterrichte die Fächer BWL und Deutsch. Seit 4 Jahren lebe ich im schönen Unterfranken direkt am Main. Mit meinem Mann habe ich mir den Traum eines wunderschönen Eigenheims verwirklicht. Wenn ich nicht gerade mit meinem Mann reise oder durch die Gegend wandere, arbeite ich gerne im Garten oder schreibe. Mein Ziel beim Schreiben: die Leselust junger Menschen zu wecken.

LiTMag: Auf Ihrer Homepage steht, es ist nicht die Fassade, die sie reizt, sondern erst, wenn diese bröckelt, bleibe Ihr Blick haften. Wie ist das zu verstehen?

 S.M. Dölger:Ja, das ist sehr wichtig, da viele Menschen im Alltag Masken tragen. Oft dienen diese dem Selbstschutz. In Geschichten interessiert mich der Mensch dahinter, warum jemand so ist, wie er ist.

LiTMag: Sie haben Germanistik studiert und beherrschen daher die Regeln der Sprache und des Geschriebenen. Geben Sie sich selbst Freiräume und lassen diese in Ihre Texte einfließen, ohne auf gewisse Regeln zu achten?

S.M. Dölger: Das ist eine schwierige Frage. Denn beim Rohentwurf bemühe ich mich, alle Schreibregeln und damit den inneren Kritiker auszuschalten. Beim Überarbeiten „knipse“ ich alles an, was ich weiß. Allerdings merke ich, dass ich mir mehr zutraue, Regeln zu brechen, je länger ich fiktionale Texte schreibe. Am Anfang klammert man sich doch mehr an die Regeln, will alles „richtig“ machen. LiTMag: Was fasziniert Sie am Schreiben?

S.M. Dölger: Ich liebe es, in Gedanken in fremde Rollen zu schlüpfen, die Abenteuer meiner Romanfiguren fast zu „erleben“ und meine Leser zu überraschen, manchmal auch zu täuschen. *lacht*. Darüber hinaus verleiht mir das Schreiben die Fähigkeit, Figuren Leben einzuhauchen.

LiTMag: Können Sie uns etwas über den Entstehungsprozess Ihrer Bücher erzählen? 

S.M. Dölger: Beide Romane sind spannenderweise bei Schreimarathons entstanden. Sowohl beim Schweizer Novemberschreiben als auch beim internationalen NaNoWriMo, das sicherlich vielen bekannt ist, geht es darum, jeden Tag zu schreiben. Quantität geht vor Qualität. Durch diesen Wettbewerb bin ich in eine Art Schreibrausch geraten und konnte kaum wieder aufhören. Eine einmalige bzw. zweimalige Erfahrung, die ich jedem empfehlen kann. Natürlich wird die Geschichte vorher geplottet, zumindest der Anfang und die Figuren. Das Ende kannte ich auch in beiden Fällen. Allerdings klaffte dazwischen eine große Lücke. *lacht* Bei „Zum Teufel mit Barbie!“ sah das so aus: Sue sitzt allein im Flieger nach Bangkok. Am nächsten Schreibtag landet sie und dann? Ich wusste es nicht, aber ich musste ja weiter schreiben. Deshalb war auch für mich sehr spannend zu sehen, was sie alles erlebt.

LiTMag: Gibt es einen bestimmten Rhythmus in Ihrer Tagesplanung? Wann nehmen Sie sich die Zeit zu schreiben, oder schreiben Sie wenn Ihnen danach ist?

S.M. Dölger:
Eigentlich schreibe ich immer, wenn mir danach ist. Wenn mich die Muse küsst, sozusagen. Meistens schreibe ich genau dann nicht, wenn ich es mir vornehme. Besonders kreativ bin ich nachts, wenn alle Pflichten für die Schule erfüllt sind und mich nichts ablenkt.

LiTMag: Was sagt Ihre Familie dazu? Dürfen Sie stören, wenn Sie schreiben?

S.M. Dölger:
Mein Mann kann sich glücklicherweise sehr gut selber beschäftigen. Von daher kommt es oft vor, dass wir gemeinsam auf der Couch sitzen und jeder seinen eigenen Interessen nachgeht. Dabei kann man sich auch mal kurz unterhalten, das stört mich nicht. Oft hat er auch gute Ideen oder kritische Anmerkungen. Er ist definitiv mein kritischster Leser. *lacht*  

LiTMag: War es schwierig, einen Verlag für die Veröffentlichung Ihres 1. Buches zu finden?

S.M. Dölger:
Eine Verlagssuche ist eine schwierige und oft Nerven strapazierende Angelegenheit. Deshalb habe ich mich gleich an Agenturen gewendet. „Hinter deiner Tür“ wurde mehrfach als gesamtes Manuskript eingefordert und ich habe viele Komplimente für meinen Schreibstil erhalten. Immerhin keine Standard-Absagen. Allerdings ist mein Eindruck, dass Agenturen nicht mutig genug sind, etwas Neues auszuprobieren. Und mein Roman ist kein Mainstream.
Da ich aber sehr an der Geschichte hänge und sie auch eine Botschaft vermittelt, wollte ich, dass sie gelesen wird. Deshalb habe ich sie im Self-Publishing bei Amazon herausgebracht. Die vielen positiven Lesermeinungen ermutigen mich, wieder auf Verlagssuche zu gehen. Mal sehen, was die Zukunft bringt.
Bei „Zum Teufel mit Barbie!“ war es anders. Durch einen Wettbewerbssieg bei neobooks ist die Agentur Chichili-Satzweiss auf die Geschichte aufmerksam geworden und hat sie als eBook herausgebracht. Dadurch wurde mir eine lange Verlagssuche erspart.  

LiTMag: Haben Sie irgendwelche Tipps für angehende Autoren?

S.M. Dölger: Ja. Glauben Sie an sich, verbessern Sie sich ständig, nehmen Sie Kritik an und legen Sie sich ein dickes Fell für die vielen Absagen zu.

LiTMag: Wie sehen Sie die deutsche Literaturlandschaft?

S.M. Dölger:
Die deutsche Literaturlandschaft ist sehr im Wandel. Das eBook bringt ganz neue Möglichkeiten, Geschichten zu veröffentlichen, sogar einzelne Kurzgeschichten. Dadurch ändern sich auch die Gewohnheiten der Leser und die Verlage sind gezwungen zu reagieren. Ganz neu gibt es die Chance, seine eBooks über die Tochterfirma von Amazon Create Space drucken zu lassen. Ich denke auch darüber nach, dies zu tun, da die Qualität der aus den USA versendeten Taschenbücher wirklich gut ist und viele Leser nach wie vor gerne Bücher aus Papier in der Hand halten möchten. Ich bin gespannt, wie die Verlage darauf reagieren werden. 

LiTMag: Die überwiegende Meinung ist, dass Autoren/innen selbst viel lesen sollten. Würde Sie dem zustimmen? 

S.M. Dölger:Auf jeden Fall. Ich lese, seit ich es kann. Eigentlich verschlinge ich Bücher. Wenn ich eins beginne, kann ich kaum wieder aufhören. Vor allem sollten Autoren aber Bücher aus ihrem eigenen Genre lesen.

LiTMag: Wen oder was wollen Sie mit Ihrem Geschriebenen erreichen?

S.M. Dölger: Wenn sich diese Frage auf das eBook „Hinter deiner Tür“ bezieht, dann Menschen, die nicht nur Oberflächliches und Lustiges lesen wollen, sondern nach Tiefe, nach Botschaften evtl. sogar nach Lebenshilfe suchen. Dies ist ein Angebot, über das jeder Leser selbst entscheiden kann. Man kann mein Buch auch einfach als spannende Lektüre betrachten.
Ich habe allerdings das Thema Angst gewählt, da sehr viele Menschen unter diesem Problem leiden und das heimlich. Das Buch soll Mut machen, sich zu öffnen und über seine Probleme zu sprechen. Und das Umfeld sollte genauer hinschauen und keine vorschnellen Urteile ziehen, da es immer Ursachen für menschliches Verhalten gibt. Meistens liegen diese in unserer Vergangenheit und die Verdrängung führt zu psychosomatischen Krankheitssymptomen. Wer sich für solche Zusammenhänge interessiert, den wird mein Buch auch ansprechen.

LiTMag: Nach "Hinter deiner Tür", einem Psychothriller, haben Sie "Zum Teufel mit Barbie", ein Jugendbuch geschrieben. Was können Sie sich gar nicht vorstellen zu schreiben?

S.M. Dölger: Ein Psychothriller? Diese Einschätzung ehrt mich sehr. Vielen Dank! *grinst* Für mich ist es er ein menschliches Drama … Ich habe mich erfolgreich an Science Fiktion versucht und drei dystopische Geschichten veröffentlicht. Hm, ich denke Horror könnte ich nicht schreiben, weil ich Horror auch nicht lesen kann. Dazu sind meine Nerven zu schwach. Bei der Dystopie bin ich schon an meine Grenzen gelangt, da ich einige meiner Protagonisten töten musste. Das ist mir sehr schwer gefallen.  

LiTMag: Können Sie uns ein lustiges oder skurriles Erlebnis bei einer Lesung berichten? Alternativ ein lustiges/skurriles Erlebnis mit einem Fan? 

S.M. Dölger:
Bei einer Lesung in einer 8. Klasse (Hauptschule) waren die Schüler so begeistert von „Zum Teufel mit Barbie!“, dass sie sich die Visitenkarten mit dem Cover auf die Stirn „geklebt“ haben. Das gab ein lustiges Gruppenfoto. Übrigens hat es mich sehr gefreut, dass diese Klasse mein Buch im
Deutschunterricht zu Ende lesen möchte. Da es ein eBook ist, lesen sie am Rechner in der Schule oder zuhause auf dem Handy.

LiTMag: Welche/n Schriftsteller/in würden Sie gerne treffen und was würden Sie sie/ihn fragen?

S.M. Dölger:
Meinen Lieblingsautor Markus Zusak würde ich gerne treffen .Da würde sich sicherlich die eine oder andere Frage ergeben. Vielleicht ergibt sich auf meiner Australienreise in diesem Sommer ja die Gelegenheit. *lacht*

LiTMag: Was haben Sie mit Ihrer Protagonistin Lena aus "Hinter deiner Tür" gemeinsam?


S.M. Dölger: Das ist eine sehr schwierige Frage. In jeder meiner Protagonisten steckt ein winziger Teil von mir. Also auch in Anna und Thilo zum Beispiel. Wie Anna habe ich Erfahrungen mit Blind Dates. Mehr möchte ich dazu aber nicht verraten. Thilo ist der Sympathieträger. Er will immer anderen helfen. In ihm finde ich mich teilweise wieder. Tja, und Lena ist ein Opfer ihrer Familie. Niemand sucht sich die Familie aus, in die er hineingeboren wird. Wie bei Lena und in vielen anderen Familien gab es auch in meiner Kindheit Probleme …
Besonders wichtig ist mir, nicht mit Lena Anders verwechselt zu werden. Da sie die Ich-Erzählerin ist, liegt bei manchen Lesern nahe, Erzählerin und Autorin gleichzusetzen. Das ist aber nicht der Fall. Überhaupt wird sich keine lebende Person aus meinem Bekanntenkreis in den Figuren wiederfinden. Wenn ich realistische Charaktere verwende, dann nur mit dem Stilmittel der Verfremdung. LiTMag: Verraten Sie uns etwas über Ihr neuestes Projekt oder ist das streng geheim? S.M. Dölger:
Natürlich arbeite ich wieder an neuen Projekten. Mein aktueller Schwerpunkt sind Jugendbücher. Zurzeit arbeite ich an einer Serie für Teenager ab 13. Die Serie trägt den Namen „fünfzehn“. Darin wird es um die Probleme des Erwachsenwerdens gehen. Band 1 mit dem Namen „Unerwünscht“ wird voraussichtlich im September erscheinen. Darin wird eine 15jährige schwanger.  

LiTMag: Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?

S.M. Dölger:
Oh, da muss ich nachsehen, da ich fast nur noch eBooks lese. In meiner Schublade wartet gerade die PANEM-Reihe, noch eingepackt. Ich muss doch mal herausfinden, was Millionen Jugendliche zum Lesen verleitet. *grinst*

LiTMag: Wie kann man Sie erreichen? (Internetadresse)

S.M. Dölger: Der Kontakt mit meinen Lesern liegt mir am Herzen und Feedback ist jederzeit erwünscht. Das Internet ist dazu nicht mehr weg zu denken. Inzwischen kann man mich über mehrere Adressen erreichen. Natürlich über meine Homepage www.schwarz-trifft-weiss.de Insbesondere für meine jungen Leser habe ich einen Blog eingerichtet: zumteufelmitbarbie.wordpress.com und natürlich über meine Facebookseiten: https://www.facebook.com/Autorin.Sylvia.Doelger und https://www.facebook.com/Fuenfzehn.ebooks

LiTMag: Wir danken Ihnen für dieses Interview und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg.

S.M. Dölger:
Ich danke Ihnen für Ihr Interesse und ganz besonders für die wunderschöne Rezension zu „Hinter deiner Tür".

Rezension zu "Wie der Wind und das Meer" von Lilli Beck, Blanvalet Verlag, Roman

Titel: Wie der Wind und das Meer Autorin: Lilli Beck Seitenzahl: (512 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 18.9.17) Isbn Nr. 13-978-3-...