Samstag, 13. Oktober 2012

Interview mit Martin Krist, Autor der Mädchenwiese


Für alle, die wie ich leider nicht zur Buchmesse können oder schon wieder zurück sind, hier mein Interview mit Martin Krist, Autor des Thrillers "die Mädchenwiese", den ihr unbedingt lesen müsst:


 Foto: copyright bei Bianca Krause, Fotosinfonie.



Wie kamst du zum Schreiben?
Seit ich Lesen und Schreiben kann, also seit der Grundschule, gab es für mich keinen anderen Wunsch – als zu Schreiben. Schon als kleiner Junge habe ich, kaum dass ich das ABC beherrschte, erste Kurzgeschichten auf der Schreibmaschine meiner Mutter geschrieben. Nachdem ich die Abenteuergeschichten von Karl May entdeckt hatte, war mir klar: Genau so etwas möchte ich auch machen. Spannende Geschichten schreiben, in die sich die Menschen nächtelang verlieren ...



Was fasziniert dich am Schreiben?
Die Möglichkeit, mit Worten Gefühle, Spannung, Heiterkeit, Traurigkeit auszulösen. Den Leser zu fesseln. Zu begeistern.

Du bezeichnest dich auf deiner Homepage als "Sonderling" und "Suchender". Wo hast du überall gesucht und hast du dich zwischenzeitlich gefunden?
Mal vom Schreiben abgesehen, wusste ich viele Jahre lang nicht, wohin mich das Leben bringen wird. Ich fühlte mich in den Cliquen, die es damals in meiner Schule gab, nicht wohl. Ich mochte die Musik nicht, die in den 80-ern gehört wurde. Ich fand irgendwie alles furchtbar öde, und für meine Mitschüler war ich ganz sicher ein seltsamer Sonderling.
Bis ich Ende der 80-er, Anfang der 90-er die elektronische Musik entdeckte, Techno und House, die in jenen Tagen auch ihre Geburt erlebten. Sie faszinierten mich, und ich wurde ein Teil dieser Bewegung. Ich entdeckte Tattoos & Piercings für mich, außerdem BDSM – und endlich hatte ich mich gefunden.

Warum hast du "Die Mädchenwiese" unter einem Pseudonym veröffentlicht und nicht unter "Marcel Feige"?
Das hatte was mit Verlagspolitik zu tun. Das neue Pseudonym Martin Krist, unter dem ich jetzt bei Ullstein den Thriller "Die Mädchenwiese" veröffentlicht habe, war notwendig, da ich seinerzeit noch als Marcel Feige bei Goldmann unter Vertrag war. Dieses Problem hat sich kurz darauf gelöst, aber da die Maschine bei Ullstein bereits auf Hochtouren lief, haben wir es bei Martin Krist belassen.
Mir ist das inzwischen sogar recht: Als Marcel Feige schreibe ich in Zukunft nur noch Sachbücher, als Martin Krist ausnahmslos Thriller. Und als Christoph Brandhurst, einem weiteren Pseudonym, erotische Bücher - zum Beispiel ist aktuell die Biografie des erfolgreichsten deutschen Pornodarstellers Pornfighter Long John erschienen.

Kannst du uns etwas über den Entstehungsprozeß von "Die Mädchenwiese erzählen?
Am Anfang war eine Idee ... Ein kleiner Junge, der unter der Trennnung seiner Eltern leidet, und dem niemand zuhört, als seine Schwester  verschwindet, so dass er sich selbst auf die Suche machen muss. Daraus und aus einer Menge anderer Ideen entstand über fast drei Monate hinweg das Konzept zur „Mädchenwiese“. Ich würde lügen, wenn ich behauptete, alles entwickelte sich so chronologisch wie sich der fertige Roman liest. Nein, es war in diesen drei Monaten ein ständiges Durcheinander, hier ein Gedanke, dort eine Szene, hier eine Figur, dort ein Dialog. Und alles musste Stück für Stück sortiert werden.

Gibt es einen bestimmten Rhythmus in deiner Tagesplanung?
Ich stehe gegen 10 Uhr auf, drehe eine große Runde durch den Wald mit meiner Eurasierhündin Bjella, anschließend frühstücke ich entspannt mit meiner Freundin Antje. Danach setze ich mich an den Rechner, beantworte Emails, pflege meine Website und mein Facebook-Profil, bevor ich gegen 14 Uhr – mit einem großen Glas Cola Zero – an meinem neuen Thriller zu schreiben beginne.

Darf man dich stören, wenn du schreibst?
Nein, auf keinen Fall. Schreiben ist für mich ein Prozess, bei dem ich Ruhe und Einsamkeit suche.

Bleibt dir neben dem Schreiben noch Zeit für andere Hobbys und welche sind das?
Klar: Lesen. Musik, vor allem Techno & House. Tanzen. Tattoos & Piercings. Sex & SM. Hundesport. Gut essen gehen. Gemütliche Kneipen mit guten Drinks.

Hast du irgendwelche Tipps für angehende Autoren?
Lesen. Lesen. Lesen. Und Schreiben. Schreiben. Schreiben.

Wie beurteilst du die deutsche Literaturlandschaft?
Reichhaltig.

Was kannst du dir gar nicht vorstellen zu schreiben?
Historische Romane. Liebesschnulzen. Fantasy

Kannst du von ein lustiges oder skurriles Erlebnis bei einer Lesung berichten? Alternativ ein lustiges/skurriles Erlebnis mit einem Fan?
Oh ja, von Jörg Wittler, einem großen Bücherfan, bekam ich kürzlich während einer Lesung eine selbst gebastelte Daumenschraube. Eine Art Glücksbringer, der das „Daumendrücken“ ersetzen soll.

Welche/n Schriftsteller/in würdest du gerne treffen und was würdest du sie/ihn fragen?
Oh, ich würde gerne Karl May treffen wollen, der mich im Prinzip zum Schreiben gebracht hat. Und natürlich Stephen King

Hast du etwas mit dem Ex-Kommissar Alex aus "Die Mädchenwiese" gemeinsam? Wenn ja, was?
Bis auf die Tatsache, dass Alex auch die Musik von Kurt Cobain bzw. Nirvana hört, gibt es keinerlei Parallelen.

Welchen Schauspieler würdest du für Alex wählen, wenn "Die Mädchenwiese" verfilmt werden sollte?
Den jungen Al Pacino.

Verrätst du uns etwas über dein neuestes Projekt?
Ein neuer Thriller, der im Oktober 2013 erscheinen wird. Wenn alles gut läuft, wird es der Auftakt einer Reihe, in der eine etwas andere Figur im Mittelpunkt steht. Man darf gespannt sein.

Du hast bereits zusammen mit deinem Verlag eine Rolle in deinem neuen Thriller ausgeschrieben und viele Bewerbungen erhalten. Tolle Idee, eine Auswahl hast du auch bereits getroffen. Was erwarten uns noch für Überraschungen?
Wenn ich diese verraten würde, wären es keine Überraschungen mehr, oder? 

Welches Buch liegt gerade auf deinem Nachttisch?
"Kings of Cool" von Don Winslow.

Mehr über Martin Krist und seinen Thriller "die Mädchenwiese", z. B. ein Wallpaper zum Herunterladen,  erfahrt ihr hier: http://www.martin-krist.de/ .

Vielen Dank, lieber Marcel, dass du meine neugierigen Fragen so offen beantwortet hast.

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