Donnerstag, 20. März 2014

Rezension zu "Hexenspiel" von Manfred Koch, Molden Verlag, Psychokrimi

Titel: Hexenspiel
Autor: Manfred Koch
Seitenzahl: 176 Seiten
Isbn Nr. 13-978-3854852919
Verlag: Molden Verlag (18.4.2011)
Preis: 19,95 Euro

Klappentext:
"Das Rätsel um zwei, erst seit wenigen Tagen vermisste, vierzehnjährige Mädchen, die von der Sensationspresse voreilig zu Opfern eines Sexmonsters hochstilisiert werden.
Ein Polizeiinspektor, der nicht weiß, wie er mit seiner greisen, demenzkranken Mutter umgehen soll, die allein in ihrem Haus am Stadtrand von Salzburg lebt und schreckliche Angst davor hat, in ein Pflegeheim abgeschoben zu werden.
Ein toter alter Sonderling, in dessen Haus man Spuren der vermissten Mädchen entdeckt und Hinweise auf schwarze Messen oder ähnliche satanische Rituale .
Jahrzehnte alte, unbewältigte Konflikte mit seiner Schwester und seinem Vater, die den Polizeiinspektor plötzlich quälen, die Frage, ob er bei seinen viele Jahre zurückliegenden, ergebnislosen Ermittlungen gegen das Sexmonster einen Fehler gemacht hat, und eine wieder erwachte Liebe zu einer ehemaligen Freundin, die ihn völlig verwirrt.
Ein Kind, das seinem Tagebuch Geheimnisse anvertraut, ohne zu ahnen, wie schrecklich diese Geheimnisse sind all das und noch ein bisschen mehr ergibt einen Psychokrimi, der ganz anders endet, als man es (vermutlich) erwartet."

Über den Autor:
Manfred Koch wurde 1950 in Graz geboren und lebt seit 1971 in Salzburg. Er war Werbetexter, Dramaturg und Regieassistent und ist seit 1980 freier Schriftsteller. Bekannt wurde er u. a. mit seiner satirische Kolumne „Eingekocht“ in den Salzburger Nachrichten (mehr als 1200 Kolumnen) und als Mitbegründer und Textautor des Salzburger Affronttheaters (Kabarettpreis „Salzburger Stier“ 1995). Neben Arbeiten für TV, Hörfunk und Theater schrieb Koch mehrere Bücher. 2007 erschien der Erzählband „Nachtmusik“, 2008 der Psychokrimi „Totenstille“ und 2009 der satirische Roman „Salomes Brüste“.

Eigene Meinung: 

Heute muss ich euch einfach diesen schon etwas älteren, super erzählten Psychokrimi vorstellen, den mir meine Gastrezensentin auf der Messe in Leipzig mitgebracht hat. Vielen Dank noch einmal für dieses tolle Buch, liebe Kaddel.

Zwei vierzehnjährige Mädchen sind verschwunden. Für die Presse ist klar, dass sie Opfer eines Verbrechens wurden. Kommissar Wager ist an diesem Fall nicht sehr interessiert. Er kann Kinder nicht leiden. Das hat mit seiner Kindheit und damit, dass seine Schwester Julia die Hauptrolle in seiner Familie gespielt hat, zu tun. Außerdem hofft er auf eine neue Beziehung mit seiner Ex-Freundin Christine. Die bittet ihn, die Mädchen zu finden und Wagner kommt ihr zuliebe in die Gänge. Hinweise, wo die Mädchen geblieben sind, gibt es keine. Doch dann wird ein alter Eigenbrötler, der vor Jahren verdächtigt wurde, Mädchen sexuell missbraucht zu haben, tot in seinem Haus aufgefunden. Die Ermittler finden Spuren der beiden Vermissten und Hinweise auf schwarze Messen.

In einem weiteren Erzählstrang lernen wir Wagners Mutter kennen. Sie scheint dement zu sein und hat Angst davor, dass Wagner sie ins Pflegeheim abschieben könnte. Wir bekommen die Erlebnisse und Gedanken der alten Frau intensiv geschildert. Allerdings ist nicht ganz klar, ob sich die Dame manche Dinge einbildet, oder ob es sich um reale Geschehnisse handelt.

Der Tagebucheintrag eines Mädchens, das mit den beiden Verschwundenen befreudet ist, gibt uns wieder ganz andere Einblicke. 

Dieser Psychokrimi hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Wagners Gefühlswelt wird intensiv geschildert, er ist sehr mit sich selbst und seiner Vergangenheit beschäftigt.
Fast gegen Ende der Geschichte hat der Autor eine raffinierte Wendung eingebaut.  Nichts ist, wie es scheint. Ich hatte zwar irgendwann einen Verdacht, der in die richtige Richtung ging. Das Ende ist jedoch so richtig bitterböse.

5/5 Sterne, absolute Leseempfehlung für diesen außergewöhnlichen, genialen Pschyokrimi. Die gezeichneten Ameisen, die immer am Anfang eines Kapitels -  mal vereinzelt, dann wieder zu mehreren - auftauchen, spielen in der Geschichte eine Rolle und auch diese Illustration finde ich sehr gelungen und muss sie einfach erwähnen.

Kleiner Tipp von mir: Das Buch gibt es gebraucht zu kaufen, wem es zu teuer erscheint oder als eBook, da ist es auch deutlich günstiger mit 4,99 Euro. 

Kommentare:

  1. Schöne Rezension!
    Alles Liebe und ich wünsche dir ein wundervolles Wochenende!
    <3
    Catherine von:
    http://cathslovleybooks.blogspot.de/

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Catherine,
    vielen Dank. Ich wünsche dir einen schönen Rest-Sonntag.
    Liebe Grüße
    Biggi

    AntwortenLöschen
  3. "absolute Leseempfehlung" - dem kann ich nur zustimmen. Eine Geschichte mit Tiefgang.

    AntwortenLöschen

Blogtour "Seduction-Verführt" von Tanya Carpenter, Erotik-Roman, Droemer-Knaur Verlag

Willkommen bei der Blogtour von "Seduction - Verführt" von Tanya Carpenter Ich habe mir das Thema "Thrillfaktor in...