Montag, 28. Dezember 2015

Rezension zu "Mit Zorn sie zu strafen" von Tony Parsons, übersetzt von Dietmar Schmidt, Bastei Lübbe Verlag, Kriminalroman

Titel: Mit Zorn sie zu strafen
Autor: Tony Parsons
Übersetzt von: Dietmar Schmidt
Seitenzahl: 319 Seiten (Paperback, 10.12.15)
Isbn Nr. 13-978-3-404-17282-5
Verlag: Bastei Lübbe 
Preis:  14,99 Euro

Verlagsinfo:

"London an einem klirrend kalten Neujahrstag. Detective Max Wolfe ist entsetzt: In einer noblen Wohnanlage wurde die Familie Wood ermordet. Mit einer Waffe, die sonst nur bei der Schlachtung von Tieren zum Einsatz kommt: einem Bolzenschussgerät. Allein der jüngste Sohn scheint verschont worden zu sein, doch von ihm fehlt jede Spur. Hat der Killer ihn in seiner Gewalt? Max bleibt nicht viel Zeit. Seine Ermittlungen führen ihn weit in die Vergangenheit, zu einem Mann, der vor 30 Jahren eine Familie tötete, auf die gleiche brutale Art. Doch der ist mittlerweile alt und sterbenskrank. Trotzdem verbirgt er etwas, das spürt Max – eine Ahnung, die ihn ins Grab bringen wird, und zwar buchstäblich."

Über den Autor:
Tony Parsons wurde am 6. November 1953 in Romford, Essex (UK), als einziges Kind einer Arbeiterfamilie geboren. Nach seinem Schulabschluss begann er seine Freizeit für seine literarische Begabung zu nutzen und veröffentlichte eine Untergrundzeitung, die er „Skandalblatt“ nannte.

Seine Karriere begann er als Musikkritiker. Heute ist er einer der erfolgreichsten Kolumnisten und Fernsehjournalisten Großbritanniens. Er schrieb u.a. für das Musikmagazin NME, den Daily Telegraph und 18 Jahre lang für den Daily Mirror.

Zudem gehört er zu den ganz großen Stars der englischen Literaturszene, denn alle seine Werke schafften es auf die nationalen und internationalen Bestsellerlisten.

1974 schrieb er seinen ersten Roman The Kids der im Jahr 1976 bei New English Library Ltd. erschien. Der gewünschte Erfolg trat nicht mit der ersten Buchveröffentlichung ein und so bewarb sich Tony Parsons 1976 bei NME, um in der Folge drei Jahre über neue Musikerscheinungen und Bands zu schreiben (darunter The Clash, Sex Pistols, Blondie, David Bowie, u.v.m.). In den 1980er Jahren schlug sich Parsons als freiberuflicher Autor durch, bis er 1990 Bare (Penguin Books Ltd), eine Autobiographie über den Sänger Goerge Michael veröffentlichte. In den 90er Jahren begann er für einige britische TV-Formate zu arbeiten und startete bei The Daily Telegraph als Kolumnist.

Er lebt mit seiner Frau, ihrer gemeinsamen Tochter und ihrem Hund in London. Sein erster Kriminalroman Dein finsteres Herz mit Detective Constable Max Wolfe wurde von der Presse frenetisch gefeiert.

Eigene Meinung: 
Im Prolog wird aus der Sicht des Sohnes der äußerst brutale Überfall auf die Familie geschildert.

Detective Max Wolfe ermittelt und lässt uns aus der Ich-Perspektive an seinen Ermittlungen Teil haben. Der ganze Fall ist äußerst rätselhaft und von dem Kleinkind, das verschwunden ist, fehlt jede Spur. Die Ermittlungen führen das Team zu einem alten Fall und zum "fahrenden Volk", das auch heute noch mit Vorurteilen der Bevölkerung zu kämpfen hat. Das wird in diesem Krimi sehr anschaulich dargestellt.

Die Ermittlungen gestalten sich sehr schwierig, die ermordete Familie hat scheinbar ein Bilderbuchleben geführt. Szenen ihrer heilen Welt sind im Internet zu sehen. Max gräbt jedoch weiter und stellt fest, dass die heile Welt nur eine Fassade war ..

Mir gefällt der sympathische Ermittler Max Wolf recht gut. Weil er alleinerziehender Vater ist, wird sehr viel aus dem Privatleben von Max erzählt, was hier aber überhaupt nicht stört.
Die Handlung ist sehr spannend, der Krimi ist fesselnd erzählt und lässt einen förmlich an den Seiten kleben. Man möchte unbedingt wissen, wer für das Massaker an der Familie verantwortlich ist. Der Autor führt uns auf falsche Pfade, lässt uns falsche Schlüsse ziehen und ahnen, dass an dem ganzen Szenario irgendetwas überhaupt nicht stimmt.

Die Londoner Polizei kommt hier nicht immer sehr gut weg, Max und seine Kollegen müssen so manche Schlappe einstecken und manche Verletzungen. Allerdings hätten die Ermittler in manchen Situationen auf Verstärkung warten sollen, was sie in der Geschichte leider nicht gemacht haben.

5/5 Sterne für diese großartige, sehr atmosphärische und sozialkritische Krimiunterhaltung aus England mit Londoner Lokalkolorit. Ich bin ein Fan von Max und seinem Team und auf weitere Fälle mit ihm gespannt.


Donnerstag, 24. Dezember 2015

Frohe Weihnachten

Meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest. Hoffentlich habt ihr einen großen Bücher-Wunschzettel geschrieben, bekommt ihn erfüllt und findet genug Zeit zum Lesen.

Ich hoffe, dass ihr meinem Blog treu bleibt und ich euch mit meinen Beiträgen nicht langweile.

Viele Grüße

Biggi 


Freitag, 18. Dezember 2015

Rezension zu "Während du stirbst" von Tammy Cohen, übersetzt von Bernd Stratthaus, Blanvalet Verlag, Psychothriller,


Titel: Während du stirbst
Autorin: Tammy Cohen
Übersetzt von: Bernd Stratthaus 
Seitenzahl: 410 Seiten, TB Klappenbroschur (16.11.15)
Isbn Nr. 13-978-3-7341-0219-6
Verlag: Blanvalet Verlag
Preis: 9,99 Euro

Verlagsinfo:
"Sehr wahrscheinlich werde ich TOT sein, bevor Sie das hier zu Ende gelesen haben."
Drei Dinge gibt es über Jessica Gold zu wissen: Sie ist neunundzwanzig Jahre alt, sie hat eine Knopfphobie, und sie wurde entführt. Von einem Fremden, der sie zwölf Tage lang in seiner Wohnung gefangen hält, sie mit perfiden Grausamkeiten quält, sie angekettet in einer Hundehütte am Fuß seines Bettes schlafen lässt. Und jeden Tag überreicht er seinem Opfer ein Geschenk – eines grausamer als das nächste –, bis Jessica am zwölften Tag sicher weiß: Der Mann wird sie töten. Doch Jessica hat ein Geheimnis, von dem niemand etwas ahnt …"

Über die Autorin:
Tammy Cohen arbeitet als freie Journalistin für verschiedene Zeitschriften und Magazine, u.a. für »Cosmopolitan« und »Woman and Home«. Auch wenn sie das Schreiben fiktionaler Texte erst spät für sich entdeckte, hat sie bereits vier Romane veröffentlicht. Sie lebt mit ihrem Partner, ihren drei (fast) erwachsenen Kindern und einem sehr ungezogenen Hund im Norden Londons.

Eigene Meinung: 
Tammy Cohen hat mit "Während du stirbst" einen gut durchdachten Psychothriller mit richtig gemeinen Wendungen geschrieben.
Jessica Gold ist ein etwas eigenwilliger, verschrobener Charakter. Sie ist sehr verschlossen, sie hat kaum Kontakt zu ihren Kollegen, keine Freunde, hört manchmal Stimmen und wirkt oft sehr naiv. Die Frau ist schon lange mit ihrem Freund zusammen, in der Beziehung kriselt es, so dass sie mit einem gutaussehenden Fremden in seine Wohnung geht. Dort wird sie 12 Tage lang gefangen gehalten, erhält skurrile Geschenke und wird psychisch und körperlich gequält. Gleichzeitig muss sie sich die Lebensgeschichte von Dominic, so heißt der Mann, der sie gefangen hält, anhören.

Obwohl die Autorin nicht ins Detail geht, regt sie das Kopfkino des Lesers so an, dass dieser Psychothriller nichts für schwache Nerven ist.

Die Geschichte ist aus zwei Perspektiven erzählt. Jessica Gold berichtet aus der Ich-Perspektive, so dass wir ihr Martyrium hautnah miterleben. Der Erzählstil ist sachlich nüchtern, was zur Protagonistin sehr gut passt. Ein weiterer Handlungsstrang ist  aus der Perspektive der Ermittlerin Kim geschrieben, die nach der Vermissten sucht und mit deren Freund Travis und ihrer Familie Kontakt hält. Kim befindet sich in einer Ehekrise, weil ihr ihre Karriere und dieser Fall wichtiger ist, als Familie und Kinder.

Dieser ganz besondere Psychothriller hat mir sehr gut gefallen. Er ist unglaublich böse, verstörend und nach ca. der Hälfte des Buches hält er so einige Überraschungen parat. Daher erhält er von mir 5/5 Sterne und meine absolute Leseempfehlung.


Mittwoch, 16. Dezember 2015

Rezension zu "Das Feuerzeichen" von Francesca Haig, übersetzt von Kathrin Wolf, Heyne fliegt, Dystopie

Titel: Das Feuerzeichen
Autorin: Francesca Haig
Übersetzt von: Kathrin Wolf
Seitenzahl: 480 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag (26.10.15)
Isbn Nr. 13-978-3-453-27013-8
Verlag: Heyne fliegt
Preis: 16,99 Euro
 

Verlagsinfo: 
"Vierhundert Jahre in der Zukunft: Durch eine nukleare Katastrophe wurde die Menschheit zurück ins Mittelalter katapultiert. Es ist eine Welt, in der nur noch Zwillinge geboren werden. Zwillinge, die so eng miteinander verbunden sind, dass sie ohne einander nicht überleben können. Allerdings hat immer einer von beiden einen Makel. Diese sogenannten Omegas werden gebrandmarkt und verstoßen.
Es ist die Welt der jungen Cass, die selbst eine Omega ist, weil sie das zweite Gesicht besitzt. Während sie Verbannung, Armut und Demütigung erdulden muss, macht ihr Zwillingsbruder Zach Karriere in der Politik. Cass kann und will diese Ungerechtigkeit nicht länger ertragen und beschließt zu kämpfen. Für Freiheit. Für Gerechtigkeit. Für eine Welt, in der niemand mehr ausgegrenzt wird. Doch die Rebellion hat ihren Preis, denn sollte Zach dabei sterben, kostet das auch Cass das Leben …"
Über die Autorin:
Francesca Haig wuchs in Tasmanien auf und promovierte in Literaturwissenschaften an der Universität Melbourne. Wenn sie nicht gerade an ihren eigenen Texten arbeitet, unterrichtet sie Kreatives Schreiben an der Universität von Chester. Für ihre Gedichtsammlungen wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet. Mit Das Feuerzeichen legt sie nun ihre erste Romantrilogie vor. Francesca Haig lebt mit ihrer Familie in London.

Eigene Meinung:  
Francesca Haig hat hier eine überaus interessante Welt kreiert. In der Welt nach dem großen Knall kommen nur noch Zwillinge zur Welt. Ein Zwilling ist ohne Makel und gehört zu den Alphas, die diese Welt regieren. Der andere Zwilling wird sofort vom Alpha-Zwilling getrennt, gebranntmarkt und wächst in einer separaten Omega-Siedlungen auf. Cass, die uns aus der Ich-Perspektive ihre Geschichte erzählt ist so ein Omega-Zwilling. Ihr Makel ist nicht sichtbar. Sie ist eine Seherin und sie kann ihre Gabe sehr lange geheim halten. So dass sie lange Jahre mit ihrem Zwillingsbruder Zach zusammen bei ihrer Familie aufwächst. Doch dann verrät sie ihr Bruder durch einen Trick und sie muss in eine Omegasiedlung. Zach macht Karriere bei den Alphas und nimmt seine Schwester gefangen. Doch Cass gibt nicht auf und versucht zu fliehen. Dabei macht sie eine überaus unangenehme Entdeckung.

Die Autorin besitzt einen angenehmen, flüssigen Schreibstil. Der Plot ist sehr spannend, so dass die Seiten nur so fliegen. Cass ist eine sympathische Figur, die authentisch agiert und die für ihre Welt eine Vision hat, die Zwillinge sollten zusammen leben können. Für dieses Ziel ist sie bereit zu kämpfen. Ihr Bruder Zach hingegen ist machtbesessen und skrupellos und so ein guter Gegenspieler.

Zusammen mit Kip, der ohne Erinnerungsvermögen ist, muss Cass vielen Gefahren entkommen, manchen auswegslosen Situationen entfliehen, das macht die Geschichte sehr spannend.
Eine zarte Liebesgeschichte fehlt hier auch nicht.

5/5 Sterne für diesen fesselnden, spannenden Auftakt einer Trilogie. Ich kann dieses Buch Dystopie-Fans sehr empfehlen. Ich bin gespannt, wie die Story weitergeht.





Dienstag, 8. Dezember 2015

Rezension zu "Butterfliegen im Bauch" von Silke Heichel, Liebesroman, Ebook

Titel: Butterfliegen im Bauch
Autorin: Silke Heichel
Seitenzahl der Printausgabe:  ca. 279 Seiten (7.12.15)
Dateigröße: 750 KB
ASIN: B0191VWPSI
Preis: 0,99 Euro, später 3,99 Euro 
auch als TB erhältlich
 
Klappentext:
"Lara ist 17 und hätte so gern einen Freund. Aber außer Elias scheint kein Typ für sie in Sicht zu sein. Blöderweise ist sie in ihn überhaupt nicht verliebt und so ganz ohne Gefühl bringt das alles nichts. Oder? Als sie Jonas begegnet, tanzen die Butterfliegen wie verrückt in ihrem Bauch. Aber Jonas ist schon 21 und kämpft mit Problemen, von denen sie nicht einmal etwas ahnt. Manchmal taucht er einfach ab und ist tagelang nicht zu erreichen. Außerdem ist sie sich sicher, dass ihre Eltern die Beziehung niemals akzeptieren würden, zumal sie sich ihren Wunschschwiegersohn Elias schon längst auserkoren haben. Hat Laras Liebe zu Jonas unter diesen Umständen überhaupt eine Chance?"

Über die Autorin:
Ohne Liebe sind wir nichts.
Vielleicht hat Silke Heichel deshalb einen Hang zu Liebesgeschichten. Jedes Mal, wenn sie versucht, einen Krimi zu schreiben, schleicht sich die Liebe ein.
Lassen Sie sich verführen und gönnen Sie sich ein paar Stunden mit Geschichten über die Liebe und über das Leben!
Silke Heichel schreibt Kurzgeschichten, Gedichte und Romane. Schon in frühester Kindheit hat sie mit dem Schreiben begonnen. Außerdem liest sie selbst gern und sammelt Bücher für ihre eigene Bibliothek. Gäbe es eine Möglichkeit, den Duft frisch gedruckter Bücher in Flaschen zu füllen, wäre das ihr Lieblingsparfüm.
Die Autorin lebt mit ihrer Familie und ohne Haustiere - außer hin und wieder ein paar Silberfischen - im Rheinland.
Die Bücher der Autorin auf Facebook:

https://www.facebook.com/pages/Leif-Hungrig-nach-Leben/276230442512351
https://www.facebook.com/pages/Einen-Stern-vom-Himmel/759063907437518

Eigene Meinung:
Da ich "Leif - Hungrig nach Leben" regelrecht verschlungen habe, durfte ich "Butterfliegen im Bauch" vorablesen. Die Geschichte über Lara und Jonas hat mir total gut gefallen. Die Story ist überwiegend aus Laras Perspektive geschrieben, etwas später kommt die Sichtweise von Jonas hinzu.
Silke Heichel besitzt einen wunderschönen Erzählstil. Man ist sofort mitten in der Geschichte, fiebert mit, ob das mit Lara und Jonas klappt und  kann Laras Verliebtheit schon fast selber spüren.

Lara stammt aus gutem Hause, ihr Leben ist schon ein stückweit vorgeplant. Nachbarssohn Elias scheint für ihre Eltern auch der passende Schwiegersohn zu sein. Doch für Lara ist Elias eher ein Bruder. Jonas hat es nicht so leicht, wie Lara. Er scheint einige Probleme zu haben und das bringt natürlich Spannung in die Geschichte.

Von mir gibt es 5/5 Sterne und meine absolute Leseempfehlung. Ich fand auch diese Liebesgeschichte von Silke Heichel wieder wunderschön romantisch,  fast nicht aus der Hand zu legen. Allerdings schreit die Story nach einer Fortsetzung. Ich bin schon jetzt sehr gespannt darauf. Beim aktuellen Preis von 0,99 Euro würde ich unbedingt zugreifen!

Montag, 7. Dezember 2015

Rezension zu "Glück und Glas" von Lilli Beck, Blanvalet Verlag, autobiographischer Roman

Titel: Glück und Glas
Autorin: Lilli Beck
Seitenzahl: 512 Seiten (gebunden mit Schutzumschlag), 24.8.15
Isbn Nr. 13-978-3-7645-0543-1
Verlag: Blanvalet Verlag
Preis:19, 99 Euro

Verlagsinfo:
"Glück und Glas, wie leicht bricht das?
Am 7. Mai 1945 werden Marion und Hannelore in der Frauenklinik in der Münchner Maistraße geboren. Obwohl sie aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen stammen, wachsen sie wie Schwestern auf und sind unzertrennlich. Doch als Marion sich an ihrem zweiundzwanzigsten Geburtstag verliebt, zerbricht ihre Freundschaft. Während der Kalte Krieg immer mehr eskaliert, die Studenten auf die Straße gehen und die ersten Kommunen entstehen, trennen sich ihre Wege endgültig. Die widerspenstige Marion wird Fotomodel, hat großen Erfolg im Beruf, aber kein Glück in der Liebe. Hannelore studiert Jura, um Anwältin zu werden, doch das Leben hat andere Pläne mit ihr. Jahrzehnte später, am 7. Mai 2015, wollen sie ihren siebzigsten Geburtstag zusammen feiern – doch kann die Zeit alle Wunden heilen?"

Über die Autorin:
Lilli Beck wurde 1950 in Weiden/Oberpfalz geboren und lebt seit vielen Jahren in München. Nach der Schulzeit begann sie eine Ausbildung zur Großhandelskauffrau. 1968 zog sie nach München, wo sie von einer Modelagentin in der damaligen In-Disko Blow up entdeckt wurde. Das war der Beginn eines Lebens wie aus einem Hollywood-Film. Sie arbeitete zehn Jahre lang für Zeitschriften wie Brigitte, Burda-Moden und TWEN. Sie war Pirelli-Kühlerfigur und Covergirl auf der LP Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz von Marius Müller-Westernhagen. Glück und Glas ist sowohl eine romanhafte Autobiografie als auch der Roman einer ganzen Generation.

Eigene Meinung 
"Glück und Glas" ist das erste Buch, das ich von Lilli Beck gelesen habe.

Die Autorin schreibt in einem angenehmen, flüssigen Schreibstil, der den Leser sofort in die Geschichte stürzt. Man ist von Anfang an gefesselt.  Die Geschichte gibt einen interessanten Einblick in das Leben zweier unterschiedlicher Frauen in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg bis in die heutige Zeit.

Die beiden Hauptfiguren Marion oder "Moon", wie sie sich später nennt und Hannelore sind sehr gut charakterisierte, lebendige, sympathische und interessante Figuren. In der frühesten Kindheit werden beide Freundinnen und haben später mal mehr, mal weniger Kontakt. Er reisst jedoch nie ganz ab. Beide beneiden die andere um ihr Leben. Denn Hannelore als Fabrikantentochter muss nicht wie Marion hungern, schon als Kind sehr hart arbeiten oder alte Kleider auftragen. Dafür ist die hübsche Moon mit ihren roten Haaren ein Blickfang und später von sämtlichen Männern heiß begehrt. Hannelores Leben verläuft erst einmal sehr durchgeplant, ohne große Überraschungen. Marion hingegen lebt als Model  mit vielen Freunden aus Künstlerkreisen ein für diese Zeit ungewöhnlich freies Leben. Sie bezahlt jedoch dafür einen hohen Preis. Sie muss um ihr Glück ständig kämpfen.

Der Roman ist überwiegend aus Marions Sicht erzählt, ab und zu erhalten wir zusätzlich einen Einblick aus Hannelores Perspektive. 

Mir hat dieser Roman von Lilly Beck über das total unterschiedliche Leben zweier Frauen im Nachkriegsdeutschland sehr gut gefallen.

5/5 Sterne für diesen lesenswerten Roman mit autobiografischen Teilen, der wunderbar erzählt ist.
 

Sonntag, 6. Dezember 2015

Gewinnspiel zum 4. Blogggeburtstag


Es ist Zeit zu feiern, die Bibliothek der vergessenen Bücher gibt es schon seit 4 Jahren

Am Nikolaustag vor vier Jahren habe ich angefangen mit meinem Blog. Wie die Zeit vergeht! Ich danke euch allen für eure Treue und für so manche Freundschaft, die durch das Bloggen entstanden ist.

Ich verlose drei Überraschungspakete. Was drin ist? Natürlich mindestens ein Buch, was noch so drin ist, da lasst euch bitte von mir überraschen.

Was ihr tun müsst? 
Ihr solltet LeserIn meines Blogs sein, schließlich möchte ich mich bei meinen Leserinnen und Lesern bedanken.

Bitte beantwortet folgende Fragen per Mail an biggiralf at freenet.de (bitte gebt eure Mailadresse an):

Welches Buch ist das bisherige Highlight für euch in diesem Jahr? 
Welches war der totale Flop in diesem Jahr?

Zeit habt ihr bis zum Samstag, 12.12.15, 23.59 Uhr. Am Sonntag wird dann ausgelost.  Die Gewinner werden auf meinem Blog bekannt gegeben und per Mail von mir angeschrieben.

Teilnahmebedingungen:
1. Bitte habt Verständnis dafür, dass der Gewinn nicht in bar ausgezahlt werden kann. 
2. Bei Teilnehmerinnen und Teilnehmern unter 18 Jahren müssen die Eltern mit der Teilnahme am Gewinnspiel einverstanden sein.
3. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 
3. Versand ist nur innerhalb Deutschlands möglich, in weitere Länder gegen Erstattung der Portokosten.
4. Bitte vergesst nicht, eure E-Mailadresse anzugeben.
5. Eure Daten werden vertraulich behandelt und nach der Verlosung natürlich gelöscht. 

Ich wünsche euch viel Glück und hoffe, dass ihr mir weiterhin treu bleibt und ganz viel Spaß hier bei mir habt. 

Per Random-Org werden die Gewinner am Sonntag, 13.12. gezogen. Die Gewinner werden per Mail von mir benachrichtigt und erhalten dann nach Bekanntgabe ihrer Adresse Buchpost von mir.

Gewonnen haben:
Sabine K., Moni M. und Alexandra 
herzlichen Glückwunsch 
 



Dienstag, 1. Dezember 2015

Rezension zu "Kalter Rauch" von Stephan Ludwig, Fischer TB Verlag, Thriller

Titel: Zorn - Kalter Rauch
Autor: Stephan Ludwig
Seitenzahl: 406 Seiten, TB,  (26.11.15)
Isbn Nr. 978-3-596-03192-4
Verlag: Fischer Verlag
Preis: 9,99 Euro

Verlagsinfo:
"»MACHE ICH IHNEN ANGST? Das ist gut. Es gehört zu meinem Job. Und ich bin gut darin. Sehr gut.«
Es regnet Fische auf die Stadt. Erst landet eine kleine Elritze in der Dachrinne der Kirche auf dem Hasenberg, kurz darauf klatschen Aale und Lachse auf die nächtlichen Straßen und Wege. Bei Morgengrauen wird das Ausmaß des ungewöhnlichen Phänomens sichtbar. Doch während der Aufräumarbeiten kommt etwas viel Seltsameres zutage: Ein künstliches Hüftgelenk liegt im Mülleimer unter einer glitschigen Rotfeder. Zorn und Schröder ermitteln, dass es einer Frau eingesetzt wurde. Doch diese Frau ist verschwunden. Die beiden Kommissare treffen nur ihren Mann Gregor Zettl an, der, wie Schröder feststellt, vor Jahren ein gefeierter Popstar war. Je mehr Zorn und Schröder ermitteln, desto mehr Fragen tauchen auf: Warum ist Zettls Frau verschwunden? War sie in dunkle Machenschaften verstrickt? Warum kann Gregor Zettl den Ermittlern keine Informationen liefern? Ist er wirklich der unwissende Ehemann, der er vorgibt zu sein? Ist Zettls Frau tot?
Was die beiden Ermittler nicht wissen: Jemand ist hinter Zettl her, er schüchtert ihn ein und droht ihn umzubringen …
Der fünfte Fall für Hauptkommissar Claudius Zorn und den dicken Schröder
Alle Bände der Zorn-Reihe sind erfolgreich fürs Fernsehen verfilmt."

Über den Autor:
Stephan Ludwig arbeitete als Theatertechniker, Musiker und Rundfunkproduzent. Er hat drei Töchter, einen Sohn und keine Katze.
Zum Schreiben kam er durch eine zufällige Verkettung ungeplanter Umstände. Er lebt und raucht in Halle.

Eigene Meinung:
Dem 5. Band um die beiden Kult-Ermittler Zorn und Schröder habe ich bereits seit Monaten entgegengefiebert. Entsprechend hoch war auch meine Erwartungshaltung an diesen Thriller.

Zorn und Schröder, der diesmal Vorgesetzter von Zorn ist, ermitteln in einem reichlich mysteriösen Fall. Ein künstliches Hüftgelenk wird in einem Mülleimer gefunden. Die Besitzerin des Hüftgelenks ist schnell ermittelt, allerdings ist diese spurlos verschwunden. Der etwas merkwürdige Ehemann der Hüftgelenkbesitzerin weiß nicht, wo seine Frau steckt. Entsprechend schwierig gestaltet sich die Ermittlungsarbeit von Zorn und Schröder, die relativ planlos ist, und bei der Kommissar Zufall etws zu oft zu Hilfe kommt.

Die Story wird durch einzelne  Handlungsstränge aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Ermittlungsarbeit von Zorn und Schröder wechseln ab zwischen Zorns privaten Problemen, die Erlebnisse des Ehemanns der Verschwundenen, dessen Leben langsam aber sicher vollkommen aus den Fugen gerät, und die Sichtweise einer weiteren, anfangs sehr geheimnisvollen Person.

Die Perspektivenwechsel erfolgen sehr schnell, was der Geschichte Spannung und Tempo gibt.

Stephan Ludwig ist ein guter Erzähler. Die Dialoge zwischen Zorn und Schröder sind total klasse. Ich mag diesen verschrobenen, egoistischen Einzelgänger Zorn und seinen trockenen Humor, genauso wie seinen eifrigen, etwas unterwürfigen Kollegen Schröder.

Entsprechend unterhaltsam ist dieser Thriller, den ich allerdings eher als Krimi bezeichnen würde. Für einen Thriller fehlt mir dann doch die Hochspannung, die hier leider nicht vorhanden ist. Ich konnte das Buch gut aus der Hand legen, so richtig gefesselt hat mich die Geschichte dann doch nicht.
Das Ende der Geschichte wirkt allerdings etwas zu konstruiert. Es hat mich nicht überzeugt.

Von mir gibt es 3,5 Sterne für diesen unterhaltsamen 5. Kriminalfall von Zorn und Schröder. Wer weniger auf Hochspannung, sondern auf die Wortwechsel zwischen Zorn und Schröder Wert legt, sollte das Buch unbedingt lesen.






Samstag, 28. November 2015

Rezension zu " Die Blausteinkriege 1 - Das Erbe von Berun", T. S. Orgel, Heyne Verlag, High Fantasy

Titel: Die Blausteinkriege 1, Das Erbe von Berun
Autoren: T. S. Orgel
Seitenzahl: 608 Seiten, Paperback, Klappenbroschur (12.10.15)
Isbn Nr. 13-978-3-453-31688-1
Verlag: Heyne Verlag
Preis: 14,99 Euro

Verlagsinfo:"Magie ist ein gefährliches Spiel …
Einst war es der Nabel der Welt, doch nun steht es vor dem Niedergang: das Kaiserreich Berun, gegründet auf die Schlagkraft seiner Heere und den unerbittlichen Kampf gegen die Magie des Blausteins. Als Beruns Macht schwindet, kreuzen sich die Pfade dreier Menschen – ein Mädchen, ein Schwertkämpfer und ein Spion. Keiner von ihnen ahnt, wie unauflöslich ihr Schicksal mit der Zukunft von Berun verwoben ist. Das Zeitalter der Blausteinkriege ist angebrochen …"

Über die Autoren:
Mit ihren »Orks vs. Zwerge«-Romanen haben sich die beiden Brüder Tom & Stephan Orgel in die Herzen der deutschen Fantasy-Fans geschrieben. Mit »Die Blausteinkriege« erschaffen sie nun eine neue, gewaltige Welt, die von blutigen Machtkämpfen, geheimnisvoller Magie und verzweifelten Heldentaten erschüttert wird: das neue große Epos der deutschsprachigen Fantasy!

Eigene Meinung:
Viele der Menschen in der Welt von Berun haben Begabungen, die im Dunkeln liegen. Der Blaustein, der in Berun verboten ist, fördert diese zu Tage. Beruns macht war unter dem "Löwen von Berun" sehr groß, doch der alte, mächtige Kaiser ist tot. Sein Erbe, der junge Kaiser des Reiches, ist nicht so richtig daran interessiert, das Reich zu regieren. Er hat nur sein Vergnügen im Kopf. Daher versucht sich die Mutter des Kaisers, die Interessen des Reiches zu schützen und gerät dabei  in eine Falle, denn es gibt zu viele Personen, die ein Interesse daran haben, die Macht an sich zu reißen.

Die Blausteinkriege 1- Das Erbe von Berun ist ein spannender Auftakt einer High-Fantasy-Reihe mit viel Action, vielen Geheimnissen, blutige Schlachten, Schwertkämpfen, Verfolgungsjagden, Verrat, Magie, Intrigen und interessanten Persönlichkeiten.

Alle Personen, wie der Meisterspion, den man Puppenspieler nennt, das Mädchen Sara, das auf der Straße lebt, Messer, der Auftragsmörder, Marten, der Schwertkämpfer und Lebemann, spielen eine ganz bestimmte Rolle in diesem Epos. Die Geschichte ist aus der Sicht dieser verschiedenen Hauptcharaktere geschrieben. In kurzen Kapiteln wechseln die Perspektiven ab, so dass man schnell weiterlesen muss, weil man ja wissen möchte, was z. B. bei Marten gerade geschieht. Natürlich begegnen sich die Protagonisten und diese Begegnungen haben auf den weiteren Verlauf der Geschichte große Auswirkungen.

Eine Landkarte und ein Personenverzeichnis helfen dem Leser, sich in der Geschichte besser zurecht zu finden. Das ist auch notwendig, denn es kommen viele verschiedene Personen und viele Schauplätze in der Story vor.

Ich vergebe für diesen sehr detaillierten, komplexen ersten Band der neuen Fantasy-Trilogie 4/5 Sterne. 

Mittwoch, 25. November 2015

Lesung von Thees Uhlmann aus seinem Debütroman "Sophia, der Tod und ich" im franz K. am Donnerstag

© Ingo Pertramer


Der Deutschrock-Musiker Thees Uhlmann, den wir bereits im franz K. auf seiner musikalischen Solo-Tour gesehen hatten, war am Donnerstagabend vor ca. 200 Fans noch einmal dort zu Gast.

Diesmal gab es keine Musik zu hören, er hat aus seinem Debütroman "Sofia, der Tod und ich" vorgelesen. Auf seinen ersten Roman mussten die Fans lange warten. Den Vorschuss für diese Geschichte hat er bereits zu DM-Zeiten von seinem Verleger bekommen, das ist ja schon eine ganze Weile her. 2000.- DM waren das, die er sofort mit seinen Freunden von der Band "Kettcar" auf St. Pauli auf den Kopf gehauen hat. Als er Jahre später dem Verleger das Geld zurückzahlen wollte, weil er langsam ein schlechtes Gewissen bekam, meinte der, dass er auf Bob Dylans Roman 40 Jahre lang gewartet habe, da könne er auf seinen Roman ruhig noch etwas warten.

Am Donnerstagabend ließ Thees nicht lange auf sich warten. Fast sofort begann er, aus seinem Roman vorzulesen. Die Geschichte handelt vom Tod, der an der Tür des Erzählers klopft, in dem Fall klingelt. Doch so einfach wird das nicht. Der Erzähler lässt sich nicht so schnell abholen. Zwischen den beiden kommt eine abgefahrene Diskussion zu Stande, in der es um alles oder nichts geht und um tausend Nebensächlichkeiten.

Zusammen mit seiner Ex Sophia und dem Tod macht sich der Altenpfleger auf den Weg zu seiner Mutter und zu seinem sieben Jahre alten Sohn, den er schon ewig nicht mehr gesehen hat. Er schreibt ihm aber täglich eine Postkarte. Die Reise bewegt sich zwischen "Heaven and hell" und der Tod bekommt Freude am Leben. Die ganze Story ist sehr schräg, mit trockenem Humor und emotional berührend zugleich. Angeblich hat die Geschichte nichts autobiographisches ...

Zwischendurch erzählt Thees Uhlmann Anekdoten aus seinem Leben,  von seinem Ausflug mit seinem Freund zum Fußballspiel von St. Pauli, von seinen WG-Zeiten, mit einer Vermieterin, die Alkoholikerin ist, und ab und an schon mal nachts mit einem Glas Whisky an seinem Bett sitzt. Kumpel "Sebbe", mit dem er immer noch Kontakt hat, saß mit Familie im Publikum, was Thees total gefreut hat. 

Eine Pause kündigte der Newcomer auch an. Thees entsorgte das schwarze Tischtuch, in das er sich mit seinem nervösen Gewippe ständig verhedderte und meinte, das Publikum solle die Pause nutzen um im franz K. den Getränkeumsatz anzukurbeln, falls wir den "Glimmer" nicht schon hätten, wäre jetzt die Gelegenheit, ihn zu bekommen.

Seine Protagonistin Sophia ist so eine tolle Frau, dass sich propmpt einer von der Presse in sie verliebt hat, das hat dem Schriftsteller natürlich gar nicht gepasst.

Zum Schluss las er noch eine heiße Sexszene vor, was würden wir auch anderes von einem Rocksänger erwarten?

Ganz klar, Thees Uhlmann macht nicht nur gute Musik, er kann auch gut vorlesen und er ist wie erwartet ein guter Entertainer.

Das Hörbuch hat er wohl selber besprochen, und auch das kann er, denn er hat eine angenehme Stimme.


Montag, 23. November 2015

Rezension zu "Das barmherzige Fallbeil" von Fred Vargas, übersetzt von Waltraud Schwarze, Limes Verlag, Kriminalroman

Titel: Das barmherzige Fallbeil
Originaltitel: Temps Glaciaires
Originalverlag: Flammarion, Paris 2015
Autorin: Fred Vargas
Übersetzt von Waltraud Schwarze
Seitenzahl: 512 Seiten, gebundenes Buch mit Schutzumschlag (26.10.15)
Isbn Nr. 13-978-3-8090-2659-4
Verlag: Limes Verlag
Preis: 19,99 Euro

 Verlagsinfo:
 "Adamsberg ist zurück, und seine Ermittlungen führen ihn in die blutige Zeit der Französischen Revolution und in die tödliche Kälte Islands ...
Innerhalb weniger Tage werden die Leichen einer Mathematiklehrerin und eines reichen Schlossherrn in Paris entdeckt, die vermeintlich Selbstmord begangen haben. Die brutale Szenerie alarmiert zwar die Polizei, doch es scheint keine Verbindung zu geben. Bis Jean-Baptiste Adamsberg auf unauffällige Zeichnungen an beiden Tatorten aufmerksam wird. Kurz darauf stellt sich heraus, dass die Lehrerin vor ihrem Tod dem labilen Sohn des zweiten Toten geschrieben hat. Der Brief führt Adamsberg auf die Spuren einer verhängnisvollen Reise nach Island, die zehn Jahre zuvor stattfand – und von der zwei Personen nicht zurückkamen. Sowie in die Untiefen einer Geheimgesellschaft, die sich Robespierre und der Terrorherrschaft während der Französischen Revolution verschrieben hat. Weitere Menschen sterben, und für Adamsberg beginnt ein Wettrennen gegen die Zeit und einen ebenso wandelbaren wie unbarmherzigen Mörder …"

Über die Autorin: 
Fred Vargas, geboren 1957, ist ausgebildete Archäologin und hat Geschichte studiert. Sie interessierte sich anfänglich für die Frühgeschichte, bis sie ihre Leidenschaft für das Mittelalter entdeckte. Fred Vargas ist heute die bedeutendste französische Kriminalautorin mit internationalem Renommee. 2004 erhielt sie für Fliehe weit und schnell den Deutschen Krimipreis, 2012 den Europäischen Krimipreis für ihr Gesamtwerk."

Eigene Meinung:
Adamsberg ermittelt mit seinem Team in einem vermeintlichen Selbstmordfall, stößt dabei auf weitere angebliche Selbstmorde und versucht, den Knäuel zu entwirren. Das gestaltet sich als sehr schwierig und ist von vielen Vernehmungen und entsprechend vielen Dialogen geprägt.

Nicht nur Adamsberg und sein Ermittlungsteam, auch sämtliche Verdächtige in diesem Krimi sind sehr eigenwillige Personen. Es macht total Spaß, die Dialoge und Vernehmungen in diesem Krimi zu verfolgen. Der trockene Humor in den Dialogen gefällt mir total gut und macht die Geschichte und alle Figuren sehr lebendig und liebenswert.

Sprachlich bewegt sich dieser Krimi auf sehr hohem Niveau, die Geschichte ist durchgehend spannend und man rätselt bis zum Schluss, wer den nun der Mörder ist.

Der Plot ist total interessant, es geht um die Französische Revolution rund um Robespierre. Ein weiterer Ansatzpunkt von Adamsbergs Ermittlungen ist eine Reisegruppe, deren Reise nach Grimsey, genau genommen auf eine geheimnisvolle "Fuchsinsel",  führte. Vom Ausflug auf diese Insel sind zwei Mitglieder der Reisegruppe nicht mehr zurückgekehrt. Adamsberg verfällt dem herben Charme der Insel, was ich auch sehr gut nachvollziehen kann.

Das Kommissariat hat einen Kater "Kugel" genannt, der nicht mehr Treppensteigen kann und zum Futternapf hochgetragen werden muss. Er frisst nur, wenn man ihm dabei Gesellschaft leistet und schläft im unteren Stockwerk neben dem Kopierer. Nicht nur die Kommissare haben ein Haustier, auch ein zahmes Wildschwein "Marc" spielt eine kleine Rolle in dieser Geschichte.

Natürlich kommt auch gutes Essen hier vor. Was auch immer "Strohkartoffeln" sind, diese werden im Lokal in der Nähe eines Ermittlungsortes vorbestellt, weil sie sonst alle sind, bis Adamsberg und Co. dort auftauchen. Manche Vernehmung fällt in die Zeit, in der ein Aperitif getrunken werden sollte. Da wird dann eben während der Vernehmung ein Glas Wein fällig.

5/5 Sterne und meine absolute Leseempfehlung für Leser, die komplexe, leicht skurrile, mystisch angehauchte  Krimis mit einem Einblick in ein geschichtliches Thema, lieben.




Samstag, 21. November 2015

Rezension zu "Der Schinder" von Nadine d'Arachart und Sarah Wedler, Thriller, Telescope Verlag

Titel: Der Schinder
Autorinnen: Nadine d'Arachart und Sarah Wedler
Seitenzahl: 218 Seiten (broschiert, 16.11.15)
Isbn Nr. 13-978-3959150101
Verlag: telescope Verlag
Preis: 9,99 Euro

 Verlagsinfo:
"Was, wenn jemand eine Rechnung mit dir offen hat? Was, wenn dieser Jemand ein Serienmörder ist? Maxim Winterberg kann sich an nichts mehr erinnern. Der ehemals anerkannte Folterexperte und Mitarbeiter der Polizei ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Dennoch ruft Kommissarin Daria Storm ihn zur Hilfe, als an verlassenen Orten auf einmal grausam zugerichtete Leichen gefunden werden. Die Toten tragen die Handschrift des Schinders, eines Serienmörders, der vor zwei Jahren sein Unwesen trieb und dann spurlos verschwand. Doch jetzt ist er zurück und eine Hetzjagd durch die Ruinen Berlins nimmt ihren Lauf. Zu spät verstehen Maxim und Daria, dass sie absolut niemandem vertrauen dürfen …"

Über die Autorinnen:
Nadine d’Arachart und Sarah Wedler, geboren 1985 und 1986 in Hattingen, schreiben seit mehr als 10 Jahren gemeinsam. Neben zahlreichen Veröffentlichungen in Anthologien erhielten sie verschiedene Preise für ihre Kurzgeschichten und Drehbuchideen. Außerdem nahmen sie am Finale des Open Mike 2011 teil. Zuletzt wurden sie im November 2012 mit dem Förderpreis des Literaturbüro Ruhr ausgezeichnet. Ihr erster Roman „Die Muse des Mörders“ wird für ZDF und ORF verfilmt. „Abgründe“ ist ihre dritte Krimi-Veröffentlichung und zugleich das erste Buch, das sie je schrieben.

Eigene Meinung: 
Kein leichter Fall für Kommissarin Daria Storm und ihren Kollegen Martin. In Berlin treibt ein Serienmörder, der auch "Der Schinder" genannt wird, weil er seinen Opfern die Haut abzieht, sein Unwesen. Die Ermittlungsarbeit gestaltet sich als sehr schwierig, da der Killer keine Spuren hinterlässt. Etwas ist auffällig, er legt seine Opfer an so genannten "Lost Places" ab. Fast scheint es, als ob er die Polizei an diese Orte führen möchte, damit sie die Leichen oder Leichenteile finden.  Daria braucht die Hilfe des Folterexperten Maxim Winterberg. Doch der hat eine Amnesie, da er selbst ein Opfer des Schinders wurde und als Einziger dessen Folter überlebt hat.

Die beiden Autorinnen haben hier einen Thriller erschaffen, der von der Atmosphäre an den verlassenen Orten, einigen "Lost Places" in Berlin, lebt. Zusammen mit den grausamen Verbrechen des Schinders ist das ziemlich unheimlich und ergibt während des Lesens eine leichte Gänsehaut.

Der Experte für mittelalterliche Foltermethoden Maxim Winterberg, der durch seine Erlebnisse mit dem Schinder traumatisiert wurde und über seinen Schatten springen muss, um Daria zu helfen, ist genauso wie die alleinerziehende Daria, die zu Alleingängen neigt, eine sehr lebendig dargestellte, interessante Figur.

Es stellen sich natürlich Fragen wie, warum hat Maxim die Folter des Schinders überlebt? Hat der Mörder es wieder auf den Folterexperten abgesehen und warum? Da ist es schon vorprogrammiert, dass man unbedingt wissen möchte, wie die ganze Geschichte ausgehen wird.

Die Story ist von Anfang an spannend und fesselnd erzählt und nichts für zartbesaitete Gemüter. Zum Ende hin steigert sich das Tempo noch einmal und man wird so richtig überrascht.

Für diesen Thriller vergebe ich doch gerne 5/5 Sterne. Auch dieses neue Buch der beiden Autorinnen kann ich euch absolut empfehlen.





Mittwoch, 18. November 2015

Rezension zu "Das Joshua-Profil" von Sebastian Fitzek, Lübbe Verlag, Thriller

Titel: Das Joshua-Profil
Autor: Sebastian Fitzek
Seitenzahl: 430 Seiten, Hardcover (26.10.15) ab 16 Jahren
Isbn Nr. 13-978-3-7857-2545-0
Verlag: Bastei Lübbe Verlag
Preis: 19,99 Euro

Verlagsinfo: "Der erfolglose Schriftsteller Max ist ein gesetzestreuer Bürger. Anders als sein Bruder Cosmo, der in der Sicherheitsverwahrung einer psychiatrischen Anstalt sitzt, hat Max sich noch niemals im Leben etwas zuschulden kommen lassen. Doch in wenigen Tagen wird er eines der entsetzlichsten Verbrechen begehen, zu denen ein Mensch überhaupt fähig ist. Nur, dass er heute noch nichts davon weiß ... im Gegensatz zu denen, die ihn töten wollen, bevor es zu spät ist."

Über den Autor:
Sebastian Fitzek, Jahrgang 1971, geboren in Berlin, entschied sich nach dem Studium der Rechtswissenschaften und der Promotion zum Dr. jur. gegen einen juristischen Beruf und für eine kreative Tätigkeit in den Medien. Nach dem Volontariat bei einem privaten Hörfunksender wechselte er als Unterhaltungschef und später als Chefredakteur zur Konkurrenz und machte sich danach als Unternehmensberater und Formatentwickler für zahlreiche Medienunternehmen in Europa selbständig. Er lebt in Berlin, wo er derzeit in der Programmdirektion eines großen Hauptstadtsenders tätig ist.
"Mit so einem großem Erfolg hätte ich nie gerechnet", sagt Fitzek zu BILD. "Die Resonanz auf das Buch ist unglaublich. Jeden Tag bekomme ich seitenlange Leserpost."

Eigene Meinung: 
Zur Story reicht es, die Verlagsinfo zu kennen, mehr Infos würden meiner Meinung nach Überraschungseffekte zu nichte machen und die Spannung nehmen.

Sebastian Fitzek hat hier mal wieder zugeschlagen! Von der ersten Seite an war ich von der sehr interessanten Story, den teilweise skurrilen Figuren und dem fesselnden, sehr spannenden Schreibstil des Autoren in den Bann geschlagen.

Der Schriftsteller Max, ein Losertyp, gerät von einer Katastrophe in die nächste.Es ist nicht klar, ob er den Verstand verloren hat, ob er ein gerissener Verbrecher ist, oder einfach nur eine Figur in einem kosmischen Spiel ist. Auch Cosmo, der Bruder von Max, weckt Gefühle. Man findet ihn irgendwie sympathisch, obwohl er ein verurteilter Verbrecher ist. Eine Paketbotin wird durch Zufall in die Geschehnisse gezogen und man fiebert mit, ob die Sache für sie gut ausgehen wird, ebenso für Jola, die Tochter von Max, die entführt wurde.Nur wer steckt dahinter? Max? Cosmo? Die Frau von Max? 

Sebastian Fitzek macht es den Lesern nicht leicht. Er führt uns auf falsche Spuren und lässt uns unsere Annahmen wieder verwerfen. Mir gefällt der schwarze Humor, der an manchen Stellen auftaucht, auch sehr gut.

5/5 Sterne für diese sehr spannende, temporeiche und überaus raffinierte Story mit vielen Verfolgungsjagden, vielen Cliffhangern und einem Thema, das zum Nachdenken anregt. (Sogar die Danksagung in diesem Thriller ist sehr unterhaltsam zu lesen).



Freitag, 13. November 2015

Rezension zu "Zerschunden" von Michael Tsokos und Andreas Gößling, Droemer Knaur-Verlag,True-Crime-Thriller,

Titel: Zerschunden
Autoren: Michael Tsokos, Andreas Gößling
Seitenzahl: 432 Seiten (Paperback, 1.10.15)
Isbn Nr. 13-978-3-426-51789-5
Verlag: Droemer Knaur Verlag
Preis: 14,99 Euro
 Verlagsinfo:
"Ein Serienkiller, der europaweit in der Nähe von Flughäfen zuschlägt. Er ist schnell, er ist unberechenbar, und er ist nicht zu fassen. Seine Opfer: Alleinstehende Frauen, auf deren Körper er seine ganz persönliche Signatur hinterlässt. Ein Fall für Rechtsmediziner Fred Abel vom Bundeskriminalamt, der plötzlich tiefer in den Fall involviert ist, als er möchte. Denn der Hauptverdächtige ist ein alter Freund, dessen kleine Tochter im Sterben liegt.

Der Auftakt zu einer hochspannenden Serie, die auf authentischen Fällen und echten Ermittlungen basiert - von Deutschlands bekanntestem Rechtsmediziner.
„Nichts ist so grausam wie die Realität - eine fulminante Mischung aus Fakten und Fiktion!“ Sebastian Fitzek"

Über die Autoren:
Michael Tsokos, 1967 geboren, ist Professor für Rechtsmedizin und international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Forensik. Seit 2007 leitet er das Institut für Rechtsmedizin der Charité. Seine Bücher über spektakuläre Fälle aus der Rechtsmedizin sind allesamt Bestseller.

Andreas Gößling wurde 1958 geboren und ist promovierter Literatur- und Sozialwissenschaftler. Unter Pseudonym und seinem eigenen Namen hat er zahlreiche Sachbücher und Romane für jugendliche und erwachsene Leser verfasst. Er lebt als freier Autor mit seiner Frau in Berlin, wo er auch den Spezialverlag MayaMedia leitet.

Eigene Meinung:  
Ich war sehr gespannt auf "Zerschunden", da mir "Abgeschnitten", das Michael Tsokos zusammen mit Sebastian Fitzek geschrieben hatte, sehr gut gefallen hat. Entsprechend war mein Anspruch an diesen True-Crime-Thriller sehr hoch.

Der Erzählstil, den die beiden Autoren hier gewählt haben, ist sachlich nüchtern. Ich hatte den Eindruck, einen Zeitungsbericht zu lesen. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten und der Leser bekommt interessante Informationen über rechtsmedizinische Untersuchungsmethoden und Ermittlungsarbeit. Manche Kapitel werden aus der Perspektive des Täters erzählt.

Mir persönlich war der Erzählstil zu nüchtern, es wurden zu viele Fälle in dieses Buch gepackt. Der Rechtsmediziner Fred Abel blieb mir sehr fremd, die Figur hat mir auch nicht gefallen. Er hat unglaublich viele Verbindungen in alle Teile der Welt, er war natürlich auch ein Held bei der Bundeswehr.

Durch den Erzählstil kam keine richtige Spannung auf, an das Buch gefesselt war ich nicht.  Teilweise ist das Buch sehr blutig, aber Blut allein macht keine Spannung aus.

Von mir gibt es 3/5 Sterne.
Dieser Thriller ist etwas für Leser, die gerne einen Einblick in die Arbeit der Rechtsmedizin haben möchten.





 

Dienstag, 10. November 2015

Rezension zu "Sterne über der Alster" von Micaela Jary, historischer Roman, Piper Verlag

Titel: Sterne über der Alster
Autorin: Micaela Jary
Seitenzahl: 432 Seiten, kartoniert (9.11.15)
Isbn Nr. 13-978-3-492-30697-3
Verlag:  Piper Verlag
Preis: 9,99 Euro



Verlagsinfo: "Die Revolution von 1918/19 bringt nicht nur Chaos in das geordnete Leben der Hamburger Reederfamilie Dornhain, sondern auch der Dienstboten: Der Patriarch nimmt sich das Leben, sein Chauffeur gerät unter Mordanklage und Nele Dornhain erwartet ein Kind vom Mann ihrer kleinen Schwester. Indes kämpft die älteste Tochter Ellinor um das wirtschaftliche Überleben des Familienunternehmens und auch um ihr eigenes Lebensglück, dessen Zukunft in den Sternen über der Alster geschrieben steht ... "

Über die Autorin:
Micaela Jary wurde als Tochter des Filmkomponisten Michael Jary in Hamburg geboren. Sie wuchs in der Welt des Kinos und der Musik auf und arbeitete als Zeitungsredakteurin, ehe sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Seit vielen Jahren schreibt sie nun erfolgreich Bücher. Sie lebte lange in Paris und wohnt heute mit Mann und Hund in Berlin und München.

Eigene Meinung: 
Micaela Jary hat auch diese Fortsetzung der Familiengeschichte der Hamburger Reederfamilie Dornhain spannend und fesselnd erzählt. Fast schon ein wenig Krimi ist in dieser Geschichte enthalten, wird doch der Chauffeur der Familie wegen Mordes verhaftet, der Familienvorstand erpresst, es geschieht eine Vergewaltigung und auch auf den Straßen ist es in der Zeit um 1918/19 in Hamburg nicht sicher.
Nicht nur, dass wir erfahren, wie es mit den sympathischen Charakteren Nele, Ellinor, Livi und Klara weitergeht, auch diesmal erleben wir deutsche Geschichte so nebenbei. Viel interessanter und viel lebendiger erzählt, wie die langweiligen Quellentexte im Geschichtsunterricht. So macht Geschichte Spaß und man kann sich die Ereignisse viel besser merken!

5/5 Sterne und meine absolute Leseempfehlung.


Freitag, 6. November 2015

Rezension zu "Das Wolkenhotel" von Oliver Fehn, Pandämonium Verlag, Roman

Titel: Das Wolkenhotel
Autor: Oliver Fehn
Seitenzahl: 172 Seiten (broschiert, 30.9.15)
Isbn Nr. 13-978-3944893037
Verlag: Pandämonium Verlag
Preis: 12,90 Euro

Verlagsinfo:
"In dem aufwühlend erzählten Roman "Das Wolkenhotel" schildert Oliver Fehn die Odyssee der beiden Teenager Sparrow und Wolfi in das verruchte „Wolkenhotel“, einen in den Wäldern versteckten Umschlagplatz für die unheilvolle Droge Cloud 13, die Menschen in eine Welt versetzt, in der sie alles wiederfinden können, was sie je verloren haben. Unter dem Einfluss von Cloud 13 trifft Sparrow seine geliebte Mutter wieder, die sich selbst das Leben nahm. Zu spät erkennt er, dass der Flug auf Wolke dreizehn auch der Weg ins nackte Grauen ist."

Über den Autor:
Oliver Fehn, Autor und Musiker, schrieb nicht nur Romane wie „Die Klavierbrücke“ und „Verfluchter Sommer“, er ist auch als Autor, Lektor und Übersetzer von Musikfachbüchern der …für Dummies-Reihe (Verlag Wiley/VCH, Weinheim) tätig. In seiner Jugend lebt er abwechselnd in Deutschland und Amerika und reiste in der Welt herum. Seit einigen Jahren führt er mit seiner Familie ein anonymes und zurückgezogenes Leben in einer Kleinstadt. 

Eigene Meinung:
Auf "Das Wolkenhotel" habe ich mich total gefreut. Durfte ich doch schon einen Ausschnitt aus der Geschichte auf Olivers Blog lesen.

Wie üblich, hat der Autor eine wundervolle, poetische Sprache gewählt. Die Geschichte fesselt von Anfang an. Sie ist spannend und sehr atmosphärisch erzählt.

Wolfi und den Ich-Erzähler Sparrow kennt der Leser bereits aus "Die Klavierbrücke", die ich jedem Leser empfehle. Sie gehört, wie das Wolkenhotel, zu den ganz besonderen Geschichten, die lange nachklingen.

Die Personen sind sehr gut charakterisiert und teilweise etwas skurril. Alle Personen haben zwei Seiten, sie sind nicht nur "gut" oder "böse". Fast alle Protagonisten sind auf der Suche nach etwas, das ihnen fehlt oder nach einer Person, die sie kennenlernen, oder wiedersehen möchten. Dafür benutzen sie die Droge Cloud 13. Doch alles im Leben hat seinen Preis, wie es in dem Roman so schön heißt.  Ist es ein Trugbild, was sie da sehen? Ist es Realität oder Traum, was sie erleben?

Die Story ist spannend und unheimlich. Wer sucht, der findet Musik in der Geschichte. Die verschiedenen Personen, wie Marla, die Psychiaterin, oder Husky, erzählen ihre ganz eigenen Geschichten.

Meine absolute Leseempfehlung für diese etwas unheimliche, wunderschön erzählte Geschichte, die von Anfang an einen traurigen Unterton hat.


Montag, 2. November 2015

Rezension zu "Trügerische Nähe" von Susanne Kliem, Carl's Books, Kriminalroman


Titel: Trügerische Nähe
Autorin: Susanne Kliem
Seitenzahl: 352 Seiten (Paperback, Klappenbroschur, 14.9.15)
Isbn Nr. 13-978-3-570-58550-4
Verlag: carl's books
Preis: 14,99 Euro


Verlagsinfo
"In einem Dorf vor den Toren Berlins erfüllen sich zwei Paare Mitte vierzig ihren Traum: Sie ziehen auf einen stilvoll renovierten Hof und freuen sich auf ein beschauliches, naturnahes Landleben. Die beiden Männer kennen sich aus Studienzeiten, auch ihre Partnerinnen Marlis und Nora verstehen sich gut. Als ganz unerwartet Livia, Marlis’ attraktive Tochter aus erster Ehe, auftaucht, setzt sie eine gefährliche Dynamik in Gang. Die junge Frau wirkt verzweifelt, scheint in etwas verstrickt, über das sie nicht sprechen möchte. Alle sorgen sich um sie. Doch Livia verfolgt ihre ganz eigenen abgründigen Interessen und spielt die Bewohner gnadenlos gegeneinander aus. In kürzester Zeit verwandelt sich der idyllische Hof in einen beklemmenden Ort: Eifersucht, Neid und Verdächtigungen vergiften alle Beziehungen und enden in erbitterter Feindschaft. Dann wird auf einer Waldlichtung eine Leiche gefunden. Und allen ist klar, dass der Täter nur einer von ihnen sein kann …"

Über die Autorin:
Susanne Kliem wurde 1965 am Niederrhein geboren. Sie arbeitete u.a. als Pressereferentin für Fernsehserien von ARD und ZDF und für das größte deutsche Theaterfestival »Theater der Welt«. Ihre Krimis wurden bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschien von ihr 2013 bei carl's books Die Beschützerin.

Eigene Meinung:
Die Geschichte beginnt friedlich, idyllisch und man meint, die beiden befreundeten Ehepaare, die gemeinsam auf einen Hof in der Nähe von Berlin gezogen sind, hätten das richtige getan. Fast schon beneidet man die beiden Pärchen. Doch bald merkt man, dass der Schein trügt und eine bedrohliche Atmosphäre zieht auf. Die Beziehungen der Ehepaare sind nicht ganz heil, auch herrscht Neid, Missgunst und Misstrauen zwischen den einzelnen Personen. Nora scheint einen Burnout gehabt zu haben und versucht wieder auf die Beine zu kommen. Welche Probleme Marlis hat, kommen erst so nach und nach zu Tage.
Livia, die wunderschöne Tochter von Marlies taucht auf dem Hof auf und scheint als Katalysator zu wirken. Die Probleme zwischen den Protagonisten treten jetzt offen zu Tage. Wer lügt? Wer spricht die Wahrheit? Warum herrscht plötzlich so eine starke Rivalität zwischen den Personen?

Susanne Kliem hat hier eine interessante Psychostudie geschrieben, die erst gegen Ende der Geschichte zum Krimi wird. Die Personen sind sehr vielschichtig, sehr gut charakterisiert und durch die verschiedenen Erzählperspektiven, in denen jeder Protagonist Gehör bekommt, erhalten wir einen genauen Einblick in deren Gefühlswelt.

5/5 Sterne für diesen etwas anderen Krimi, der mir sehr gut gefallen hat. Ich werde bestimmt noch mehr Bücher von Susanne Kliem lesen, da mir ihr Erzählstil sehr gut gefällt.


 

  

Samstag, 31. Oktober 2015

Rezension zu "Die 100 - Tag 21 von Kass Morgan, übersetzt von Michaela Link, Heyne fliegt, Dystopie

Titel: Die 100 Tag 21
Originaltitel: The 100 - Day 21
Autorin: Kass Morgan
übersetzt von: Michaela Link
Seitenzahl: 320 Seiten, Paperback, Klappenbroschur (19.10.15)
Isbn Nr. 13-978-3-453-26950-7
Verlag: Heyne fliegt
Preis: 12,99 Euro

 
Verlagsinfo:
"Seit Jahrhunderten hat kein Mensch mehr einen Fuß auf die Erde gesetzt – bis jetzt
100 jugendliche Straftäter wurden aus dem Weltraum entsandt, um die Erde nach einer Nuklearkatastrophe erneut zu besiedeln. Eine völlig entvölkerte Erde – das dachten sie. Falsch gedacht.

Komplett überraschend wird das Camp der Jugendlichen von Erdgeborenen überfallen - ein Kampf auf Leben und Tod beginnt. Wells versucht, die Überlebenden in Sicherheit zu bringen, muss aber gegen Anfeindungen aus der eigenen Gruppe kämpfen. Bellamy ist währenddessen auf der verzweifelten Suche nach seiner Schwester Octavia, die spurlos verschwunden ist. Die mutige Clarke, die in ihren Gefühlen zwischen ihm und Wells schwankt, hilft ihm dabei - und stößt auf ein grässliches Geheimnis. Gleichzeitig droht auf den Raumschiffen der Sauerstoff auszugehen. Das Überleben der Menschen hängt am seidenen Faden."
Über die Autorin:
Kass Morgan studierte an der Brown University bis zum Bachelor und absolvierte anschließend ein Masterprogramm in Oxford. Derzeit lebt sie als Lektorin und freie Autorin in Brooklyn. Noch vor Erscheinen ihres ersten Buches, Die 100, konnte sie bereits die Rechte der Serienverfilmung verkaufen.

Eigene Meinung:
Es geht nahtlos und spannend weiter mit der Geschichte. Sofort ist man wieder mitten im Geschehen. Kass Morgans packender Erzählstil mit vielen, verschiedenen Handlungssträngen und Personen lässt den Leser am Buch kleben.

In dieser Fortsetzung müssen die Jugendlichen um ihr Überleben kämpfen. Die Erdbewohner überfallen das Camp, Bellamy sucht nach seiner Schwester und die Weltraumbewohner kämpfen im All ums Überleben.

Auch dieser Band ist wieder voller Action und voller Gefühle. Die Personen sind sehr lebendig gezeichnet, man bekommt einen Einblick in ihre Gefühlswelt und hat den Eindruck, dass sie sich weiterentwickeln.

Am Schluss gibt es einen ganz fiesen Cliffhanger. Ich bin total gespannt, wie es weitergeht. Leider erscheint Band 3 wohl erst im Mai 2016.  Absolute Leseempfehlung auch für Band 2 und auch für Fans der Fernsehserie, da die Bücher total abweichen von der Serie!


Mittwoch, 28. Oktober 2015

Rezension zu "Die 100" von Kass Morgan, übersetzt von Michael Pfingstl, Heyne fliegt, Dystopie


Titel: Die 100 
Originaltitel: The 100
Autorin: Kass Morgan
Übersetzt von Michael Pfingstl
Seitenzahl: 320 Seiten (Paperback, 27.7.15)
Isbn Nr. 13-978-3-453-26949-1
Verlag: Heyne fliegt
Preis: 12,99 Euro
Empfohlen ab 14 Jahren 

Verlagsinfo: "Eine packende Mischung aus »Der Herr der Fliegen« und »Die Tribute von Panem«
Seit einem vernichtenden Atomkrieg lebt die Menschheit auf Raumschiffen. 300 Jahre lang hat niemand mehr die Erde betreten. Doch nun sollen 100 jugendliche Straftäter das Unmögliche wagen: zurückkehren und herausfinden, ob ein Leben auf dem blauen Planeten wieder möglich ist. Doch was die idealistische Clarke, der geheimnisvolle Bellamy und die anderen Verurteilten nach ihrer Ankunft vorfinden, raubt ihnen den Atem. Ein tödliches Abenteuer beginnt, auf das sie kein Training der Welt hätte vorbereiten können." 

Über die Autorin:
Kass Morgan studierte an der Brown University bis zum Bachelor und absolvierte anschließend ein Masterprogramm in Oxford. Derzeit lebt sie als Lektorin und freie Autorin in Brooklyn. Noch vor Erscheinen ihres ersten Buches, Die 100, konnte sie bereits die Rechte der Serienverfilmung verkaufen.

Eigene Meinung:
Das Debüt von Kass Morgan ist flüssig zu lesen, total fesselnd und spannend geschrieben, die 320 Seiten fliegen nur so dahin. Das hat natürlich mit der spannenden Handlung und den verschiedenen, gut charakterisierten und vielschichtigen Personen zu tun.

Verschiedene Personen wie Clarke oder Bellamy, die auf der Erde um ihr Überleben kämpft oder Glass in der Raumstation, erzählen, was ihnen passiert und geben einen Blick auf vergangene Geschehnisse frei. Die Kapitel sind kurz gehalten und die Handlungsstränge wechseln ab. Es gibt jede Menge Action, Liebesgeschichten, Geheimnisse und Intrigen.

Das Buch weicht von der Fernsehserie allerdings etwas ab. So kommen verschiedene Personen im Buch vor, wie Glass, die in der Fernsehserie nicht vorkommen, manche Personen in der Serie, wie Finn, gibt es im Buch nicht.

Auch wenn man bereits ein Fan der Serie ist, lohnt es sich diese Mischung aus Dystopie und Science Fiction zu lesen.

Von mir gibt es 5/5 Sterne für diesen spannenden ersten Teil der Trilogie. Ich warte gespannt, wie es weitergeht.


Dienstag, 27. Oktober 2015

Rezension zu "Die Betrogene" von Charlotte Link, Blanvalet Verlag, Kriminalroman

Titel: Die Betrogene
Autorin: Charlotte Link
Seitenzahl: 640 Seiten, (TB,9.9.15)
Isbn Nr. 13-978-3-7341-0085-7
Verlag: Blanvalet Verlag
Preis: 9,99 Euro

Verlagsinfo:
"Um ein glückliches Leben betrogen – so fühlt sich Kate Linville, Polizistin bei Scotland Yard. Kontaktscheu und einsam, gibt es nur einen Menschen, den sie liebt: ihren Vater. Als dieser in seinem Haus grausam ermordet wird, verliert Kate ihren letzten Halt. Da sie dem alkoholkranken Ermittler vor Ort nicht traut, macht sie sich selbst auf die Spur dieses mysteriösen Verbrechens. Und entlarvt die Vergangenheit ihres Vaters als Trugbild, denn er war nicht der, für den sie ihn hielt."

Über die Autorin:
Charlotte Link, geboren in Frankfurt/Main, ist die erfolgreichste deutsche Autorin der Gegenwart. Ihre Kriminalromane sind internationale Bestseller, auch Im Tal des Fuchses und zuletzt Die Betrogene eroberten wieder auf Anhieb die SPIEGEL-Bestsellerliste. Allein in Deutschland wurden bislang über 26 Millionen Bücher von Charlotte Link verkauft; ihre Romane sind in zahlreiche Sprachen übersetzt.
Charlotte Link lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt/Main.


Eigene Meinung:
Kates Linvilles Vater ist brutal ermordet worden. Die Polizistin bei Scotland Yard möchte doch genaueres wissen über den Mord an ihrem Vater und vor allem den Mörder fassen. Das Ermittlungsteam vor Ort arbeitet ihrer Meinung nach nicht sorgfältig genug.  Daher kehrt sie in ihr Elternhaus zurück und beginnt Nachforschungen über den Mord anzustellen. Dabei stößt sie auf ein dunkles Geheimnis in der Vergangenheit ihres Vaters.

Caleb Hale, der alkoholkranke Ermittler vor Ort ist davon überzeugt, dass ein gerade aus dem Gefängnis entlassener Straftäter, der von Kates Vater seinerzeit gefasst wurde, und Rache geschworen hatte, hinter dem Mord steckt und verfolgt diese Spur.

Zur selben Zeit fährt das Ehepaar Crane mit ihrem fünfjährigen Adoptivsohn Sammy auf eine einsame Farm im Norden von England um dort Urlaub zu machen. Kurz vor ihrer Fahrt in die Einsamkeit bekommt die Familie Besuch von der leiblichen Mutter Sammys und deren Freund.
 
Charlotte Links erzählt flüssig und sehr detailliert. Anfangs ist noch nicht klar, wie die verschiedenen Erzählstränge zusammenhängen, doch die Handlungen werden so nach und nach zusammengeführt. 

Die verschiedenen Personen wie die einsame, nicht sehr erfolgreiche Polizistin Kate Linville oder der alkoholkranke Ermittler vor Ort Caleb Hale sind sehr gut charakterisiert, sehr lebendig und sehr sympathisch.
Die Ermittlungsarbeit wird von der Autorin intensiv geschildert und ziemlich lange bleibt das Geheimis von Kates Vater im Dunkeln und macht den Leser neugierig. 

Es dauert sehr lange, bis eine Spur zum Täter führt, allerdings war mir die Geschichte ein klein wenig zu konstruiert zum Ende hin. Von mir gibt es daher 4/5 Sterne für diesen komplexen Krimi.



Sonntag, 25. Oktober 2015

Rezension zu "Die Blutschule" von Max Rhode, Thriller, Bastei Lübbe Verlag, Thriller

Titel: Die Blutschule
Autor: Max Rhode
Seitenzahl: 255 Seiten, Paperback (8.10.15)
Isbn Nr. 13-978-3-404-17267-2
Verlag: Bastei Lübbe Verlag
Preis: 12,99 Euro

Verlagsinfo:
 
"Eine unbewohnte Insel im Storkower See

Eine Holzhütte, eingerichtet wie ein Klassenzimmer

Eine Schule mit den Fächern: Fallen stellen. Opfer jagen. Menschen töten.

Die Teenager Simon und Mark können sich keinen größeren Horror vorstellen, als aus der Metropole Berlin in die Einöde Brandenburgs zu ziehen. Das Einzige, worauf sie sich freuen, sind sechs Wochen Sommerferien, doch auch hier macht ihnen ihr Vater einen Strich durch die Rechnung. Er nimmt sie mit auf einen Ausflug zu einer ganz besonderen Schule. Gelegen mitten im Wald auf einer einsamen Insel. Mit einem grausamen Lehrplan, nach dem sonst nur in der Hölle unterrichtet wird ...  "

Über den Autor:
Der Berliner Autor hat als Gerichtsreporter gearbeitet, bevor er mit "Die Blutschule" seinen ersten Roman schrieb. Er lebt sehr zurückgezogen im Südwesten der Hauptstadt. Da er der digital vernetzten Welt kritisch gegenübersteht, findet man ihn weder auf Facebook noch Twitter.

Eigene Meinung:
Da hat sich Sebastian Fitzek äh Max Rhode ja etwas ausgedacht! Er veröffentlicht als Max Rhode diesen Thriller und schreibt dann über diesen Max Rhode sofort den nächsten "Das Joshua Profil" (erscheint am 26.10.15). Ich mag so was ja und da mich bisher alle Bücher des Autoren begeistert haben, musste ich natürlich sofort "Die Blutschule" haben.

Simon, der sich in der Psychiatrie befindet, beschreibt in einem Tagebuch seine Erlebnisse als dreizehnjähriger Teenager am Storkower See. Man bekommt also bereits am Anfang des Buches eine Vorahnung, dass die Geschichte nicht so gut ausgehen könnte.

Da die Familie Geldprobleme hat, ziehen sie von Berlin nach Brandenburg in das Elternhaus seines Vaters. Schon am Kiosk, an dem sie anhalten, haben sie eine seltsame Begegnung mit Teenagern aus dem Dorf und eine bedrückende, beängstigende Atmosphäre ist bereits spürbar. Die beiden Jungs begegnen verschiedenen Personen aus dem Dorf, z. B.  Stotter-Peter, ihrem Nachbarn, dem Böses nachgesagt wird und der ihnen eine unheimliche Geschichte über den See erzählt, oder Sandy die ihr raffiniertes Spiel mit den Jungs spielt. Bald darauf folgen unheimliche, verstörende Ereignisse und ihr Vater scheint sich total zu verändern.

An einem Nachmittag habe ich "Die Blutschule" verschlungen, zusammen mit Simon gehofft, dass sich alle Ereignisse erklären lassen würden, dass manche Personen, wie Sandy, eine Abreibung bekommen würden, manchen Tieren nichts geschehen möge und die ganze Sache ein gutes Ende nehmen könnte.

Die Story ist spannend erzählt mit überraschenden Wendungen und die beklemmende Atmosphäre im Dorf ist schon fast körperlich spürbar. 

5/5 Sterne für diesen spannenden, teilweise blutigen und unheimlichen Thriller. Ich mag es, wenn nur Andeutungen gemacht werden, über das, was gerade passiert und schon geht bei mir das Kopfkino los!




  


Montag, 19. Oktober 2015

Rezension zu "Finderlohn" von Stephen King, übersetzt von Bernhard Kleinschmidt, Roman

Titel: Finderlohn
Originaltitel: Finders Keppers 
Autor: Stephen King
übersetzt von: Bernhard Kleinschmidt
Seitenzahl: 544 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag (8.9.15)
Isbn Nr. 13-978-3-453-27009-1
Verlag: Heyne Verlag
Preis: 22,99 Euro

Verlagsinfo:
"Besessen bis zum Mord
John Rothstein hat in den Sechzigern drei berühmte Romane veröffentlicht, seither aber nichts mehr. Morris Bellamy, ein psychopathischer Verehrer, ermordet den Autor aus Wut über dessen »Verrat«. Seine Beute besteht aus einer großen Menge Geld und einer wahren Fundgrube an Notizbüchern, die auch unveröffentlichte Romane enthalten. Bellamy vergräbt vorerst alles – und wandert dummerweise für ein völlig anderes Verbrechen in den Knast. Jahre später stößt der Junge Peter Saubers auf den »Schatz«. Nach seiner Haftentlassung kommt Bellamy dem ahnungslosen Peter auf die Spur und macht Jagd auf ihn. Kann Bill Hodges, den wir als Detective a. D. aus Mr. Mercedes kennen, den Wahnsinnigen stoppen?"

Über den Autor:
Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Schon als Student veröffentlichte er Kurzgeschichten, sein erster Romanerfolg, Carrie, erlaubte ihm, sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er weltweit 400 Millionen Bücher in mehr als 50 Sprachen verkauft. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Preise, darunter 2003 den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk und zuletzt 2015 mit dem »Edgar Allan Poe Award« den bedeutendsten kriminalliterarischen Preis für Mr. Mercedes. Sein Hauptwerk erscheint im Heyne-Verlag.

Eigene Meinung: 
Der 2. Teil der Reihe rund um den Ermittler Bill Hodges, den wir schon aus "Mr. Mercedes" kennen, könnte man auch lesen, ohne den 1. Teil der Reihe zu kennen. Allerdings trifft man hier auf einige Personen aus dem Vorgänger. Raffiniert gemacht ist, dass der Vater von Peter Saubers  in "Mr. Mercedes" schwer verletzt wurde. Der Ermittler Bill Hodges tritt allerdings erst ziemlich spät in dieser Geschichte auf.


Stephen King erzählt die Geschichte, die sich rund um einen Schriftsteller, Fans und Literatur dreht, aus verschiedenen Perspektiven. Da ist z. B. Morris Bellamy, einer der Hauptfiguren dieser Geschichte, dessen Lebensgeschichte wir erfahren, oder der Junge Peter Saubers, der das von Bellamy vergrabene Geld und die Notizbücher des ermordeten Autoren findet.

Morris Bellamy und Peter Saubers verbindet nicht nur der vergrabene Koffer, beide sind Literaturliebhaber, jeder aber auf seine ganz eigene Weise. Während Morris Bellamy ein unsympathischer Zeitgenosse ist, der besessen davon ist, dass die Story, auf die er sich eingeschossen hat, weitererzählt werden muss, ist  Peter Saubers ein total sympathischer, unschuldiger Charakter, der seiner Familie helfen möchte, und die gefundenen Notizbücher aus Liebe zur Literatur veröffentlicht sehen möchte.

Die Charaktere in diesem Buch sind wieder einmal sehr gut ausgearbeitet und sehr lebendig. Gut gefallen haben mir auch die Dialoge und den typischen King-Sarkasmus, der immer wieder aufblitzt.

Obwohl die Geschichte einige Längen hat und sicherlich wieder gut 100 Seiten weniger hätte umfassen können, hat mich der 2. Band der Trilogie doch irgendwie gefesselt und das, obwohl das Ende auch sehr vorhersehbar war.

4/5 Sterne bekommt diese Geschichte von mir. Ich bin sehr gespannt auf den dritten Teil dieser Reihe, denn Bill Hodges besucht den Täter aus "Mr. Mercedes" regelmäßig im Krankenhaus. Er versucht herauszufinden, ob er wirklich an einer irreparablen Hirnverletzung leidet oder nicht. Das werden wir wohl dann im 3. Teil erfahren, auf den wir wohl noch etwas warten müssen.





Donnerstag, 15. Oktober 2015

Rezension zu "Die Lichtung" von Linus Geschke, Kriminalroman, Ullstein Verlag

Titel: Die Lichtung
Autor: Linus Geschke
Seitenzahl: 384 Seiten (Broschur 10.10.14)
Isbn Nr. 13-978-354-828-6365
Verlag: Ullstein Verlag
Preis: 9,99 Euro
 Verlagsinfo:
"Sommer 1986: Eine Kölner Clique verbringt ein Party- Wochenende in einer Blockhütte im Bergischen Land. Zwei Tage lang Bier, Musik, Baggersee und Flirts. Am Ende sind zwei junge Menschen tot – das Mädchen vergewaltigt und erstochen, der Junge brutal erschlagen. Der Doppelmord wird nie aufgeklärt. Der Kölner Zeitungsredakteur Jan Römer soll Jahre später über den ungelösten Kriminalfall schreiben. Römer erinnert sich gut, denn das Wochenende im Wald war das Ende seiner Jugend – er gehörte selbst zu jener Clique. Gemeinsam mit seiner besten Freundin Mütze will er herausfinden, was damals wirklich geschah. Zu spät merkt er, in welche Gefahr er sich dadurch bringt..."

Über den Autor:
Der 1970 geborene Linus Geschke arbeitet als freier Journalist für führende deutsche Magazine und Tageszeitungen, darunter Spiegel Online, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Manager Magazin. Dazu verfasst er für das Special-Interest-Magazin „unterwasser“ Tauch- und Reisereportagen und bedient alle zwei Monate eine Kolumne („Nachgedanken“). Mit seinen Reportagen hat der Kölner mehrere Journalistenpreise gewonnen.

Eigene Meinung:
Was für ein Krimi! Ich bin total hinweg. Linus Geschke hat es total drauf, den Leser bei der Stange zu halten. Aus der Ich-Perspektive des Reporters Jan Römer nehmen wir an seinen Recherchen Teil. Erzählt wird die Geschichte in zwei Erzählebenen, einmal in der Gegenwart und in der Vergangenheit im Jahr 1986. Wir erfahren ganz langsam, was genau an dem Party-Wochenende geschah.  Leider lässt uns Linus Geschke ganz schön im Ungewissen. Er schafft es, dass Jan Römer einen alten Freund über die Geschehnisse befragt, so dass Jan Genaueres erfährt, nur der Leser leider nicht. Das ist wirklich sehr raffiniert gemacht. Bis zum Schluss habe ich gerätselt, was denn genau passiert ist und wer es war,  ich kam nicht darauf.

Die Figuren sind sehr lebendig, Jan und Mütze, die ermitteln, sind dazu noch sehr sympathisch. 

Wer in den 80er Jahren aufgewachsen ist, hat noch mehr Freude an diesem Krimi. Die Clique von Jan war mit den damals üblichen Leichtkrafträdern unterwegs, ich habe auch so ein Teil gefahren, eine MTX, habe dieselbe Musik gehört, die erste Liebe erfahren, genau wie Jan und seine Freunde.

5/5 Sterne und meine absolute Leseempfehlung für dieses Krimihighlight, das ich in jeder freien Minute lesen musste.  Ich bin schon total gespannt und freue mich auf den 2. Band der im Frühjahr des nächsten Jahres erscheinen soll. Ich bin Jan und Mütze-Fan.



Montag, 12. Oktober 2015

Rezension zu "Wie ein fernes Lied" von Micaela Jary, Roman, Piper Verlag

Titel: Wie ein fernes Lied
Autorin: Micaela Jary
Seitenzahl: 540 Seiten (TB, 10.8.2015)
Isbn Nr. 13-978-3-492-3063-3
Verlag: Piper Verlag
Preis: 9,99 Euro

Verlagsinfo: "Hamburg,1939: Verzweifelt sieht Marga dem Zug hinterher, mit dem ihr Jugendfreund Michael in die Ferne reist. Seit sie denken kann, ist sie in den jüdischen Klarinettisten verliebt, zahllose Stunden verbrachte sie mit ihm in den Tanzlokalen der Hamburger Swingjugend. Obwohl seine Herkunft ihn zur Emigration nach Paris zwingt, ist Marga fest entschlossen, ihn wiederzusehen. Denn ihre Liebe ist wie ein Lied, das niemals verklingt. Doch in dessen süße Melodie mischen sich schon bald die kalten Klänge des Krieges ..."

Über die Autorin:
Micaela Jary wurde als Tochter des Filmkomponisten Michael Jary in Hamburg geboren. Sie wuchs in der Welt des Kinos und der Musik auf und arbeitete als Zeitungsredakteurin, ehe sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Seit vielen Jahren schreibt sie nun erfolgreich Bücher. Durch ihren Vater...

Eigene Meinung:
Auf Micaela Jarys Bücher freue ich mich immer besonders, entsprechend hoch ist auch meine Erwartungshaltung.

Der Erzählstil der Autorin ist gewohnt flüssig und von der ersten Seite an fesselnd. Der Leser ist sofort fasziniert von den sympathischen, sehr gut charakterisierten Protagonisten und man ist sofort mitten im Geschehen. Die Story, um die es in Micaelas Büchern geht, hat immer einen geschichtlichen Hintergrund, der dem Leser neue Einblicke schenkt, die im Geschichtsunterricht nie behandelt wurden. In "Wie ein fernes Lied" geht es um den Swing und um die Probleme der Musiker während des 2. Weltkriegs.

Als Leser nimmt man Teil am Schicksal von Marga, einer jungen Sängerin, die sich in Michael, ihren Jugendfreund, verliebt hat. Michael ist Halbjude und reist mit seinem Orchester in die Schweiz. Ein weiterer Erzählstrang handelt von Andrea, einer Pianistin, die ungefähr 1999 in Paris studiert. Mit Andrea und dem Journalisten Frank Renner, versuchen wir herauszufinden, was ein älterer Herr genau von ihr will und warum sie sich beobachtet fühlt. Beide Erzählstränge hängen zusammen.

Für alle Leser, die spannende Romane mit historischem Hintergrund lieben, meine absolute Leseempfehlung. 


Donnerstag, 8. Oktober 2015

Rezension zu "2 x 3 m Finsternis" von Leonie Lastella, Bookshouse Verlag, Thriller

Titel: 2x3 m Finsternis
Autorin: Leonie Lastella
Seitenzahl: 294 Seiten (broschiert, 25.6.15)
Isbn Nr. 13-978-9963529391
Verlag: Bookshouse
Preis: 12,99 Euro (eBook 4,99)

Verlagsinfo:
"Eine Zelle. Finsternis, Schmerz und kein Ausweg. Was würdest du tun, um zu entkommen? Wärst du bereit, andere zu verletzen? Zu töten? Zu sterben? Samuel ist zehn, als er entführt wird. Sein Peiniger sperrt ihn in eine düstere Zelle. Jahre vergehen, in denen Folterungen die einzige Möglichkeit sind, der Finsternis seines Verlieses zu entkommen. Samuel weiß, wenn er dem Keller irgendwann entfliehen kann, dann nur, um zu sterben. Durch eine Waffe. Durch seine eigene Hand. So will es sein Entführer, und niemand wird seinen Tod aufhalten können."
Über die Autorin:
Leonie Lastella wurde 1981 in Lübeck geboren und wuchs in Haselau, nordwestlich von Hamburg, auf, wo sie noch heute, zusammen mit ihren drei Söhnen, im Haus ihrer Kindheit lebt. Nach ihrem gymnasialen Abschluss studierte sie einige Semester Erziehungswissenschaften und Biologie an der Universität Hamburg. Auslandsaufenthalte in den USA und Italien beeinflussten ihre Arbeit als Autorin ebenso wie ihre Tätigkeit in verschiedenen sozialen Einrichtungen. Seit 2006 widmet sie sich neben ihrer Arbeit und den Kindern dem Schreiben. Ihr erstes Buch "Stille Seele" erschien im Juni 2011 in der Edition Doppelpunkt und der Thriller "Allein" im Oktober 2012 über Create Space. Für mich sind Bücher ein Tor in eine andere Welt und es freut mich, wenn ich mit meinen Welten andere Menschen berühren kann.


Eigene Meinung: 
Leonie Lastella hat mit "2 x 3 m" Finsternis einen verstörenden Thriller erschaffen, der bestimmt nichts für schwache Nerven ist.

In kurzen Kapitel wird die Geschichte durch verschiedene Perspektiven erzählt. Wir zittern z. B. mit den Opfern, die in Verliesen auf ihren Peiniger warten und unaussprechliches Erdulden müssen, nehmen Teil an der Ermittlungsarbeit der Kommissare oder dürfen einen Blick in die Seele des Täters werfen.

Von der ersten Seite an ist dieser Thriller nicht mehr aus der Hand zu legen, so gefesselt ist man vom Geschehen und hofft, dass der Täter schnell entlarvt wird. Doch der scheint ganz schön raffiniert und der Polizei immer einen Schritt voraus zu sein. Eine unerwartete Wendung darf der Leser auch erwarten. 

5/5 Sterne für diesen  gut durchdachten, schonungslosen Thriller, der gegen Ende noch an Tempo  zunimmt.




Rezension zu "Die Festung am Rhein" von Maria W. Peter, Bastei Lübbe Verlag, Historischer Roman

Titel: Die Festung am Rhein Autorin: Maria W. Peter Seitenzahl: 607 Seiten (TB, 16.3.17) Isbn Nr. 13-978-3-404-17519-2 Verlag: Bastei...